„Ich war erschrocken von den Ergebnissen der jüngsten Umfrage des Deutschen Kita-Leitungskongresses und dass diese Missstände auch an vielen Kitas im Landkreis Heidenheim herrschen“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch. In der Umfrage hatten 90 Prozent der befragten 2200 Kita-Leitungen eingestanden, die Aufsichtspflicht nicht mehr wie üblich gewährleisten zu können – schlicht und einfach, weil es an Personal fehlt.

„Das ist eine Katastrophe“, so Stoch. Die Ganztagsbetreuung im Land sei bei den Kleinsten gefährdet, und damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das bedeute ein erhebliches Risiko auch für die Firmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Das muss die Landesregierung begreifen. Sie darf die Kommunen und Kita-Träger nicht länger mit diesem Problem alleine lassen“, sagt der Abgeordnete. Er habe viele Rückmeldungen auch aus Kitas im Landkreis erhalten. „Die Lage ist vielerorts äußerst angespannt. Da genügt schon eine Erkältungswelle, um massive Lücken aufzureißen.“

Finanzielle Attraktivität steigern

Im Landtag hat Stoch mit seiner Fraktion ein sogenanntes „SOS-Pro­gramm“ für die Kitas gefordert: Darin enthalten sind ein Sofortrückkehrprogramm und ein Aufstockungsbonus bei Teilzeit, um die Arbeit an den Kitas auch finanziell attraktiver zu machen. Zudem wollen Stoch und die SPD mehr Ausbildung: „Wir haben mehr Schülerinnen und Schüler an den Fachschulen für Sozialpädagogik, aber der Bedarf ist unglaublich viel höher, da müssen wir reagieren“, so Stoch.

Die Kita-Leitungen seien überlastet, erst recht in der Corona-Zeit. Deshalb brauche es dringend klare und landesweit einheitliche Regelungen zur Leitungszeit, die sich am tat-­
säch­lichen Bedarf orientieren. „Leitungsaufgaben dürfen nicht zu Einschnitten in der Betreuung von Kindern führen oder die Kita-Leitungen an den Rand ihrer Kräfte bringen“, sagt Stoch.

Ein weiteres Problem sei die Raumnot: „Ich höre, dass die Kinder plötzlich kilometerweit zum neuen Standort gefahren werden müssen.“ Das Land müsse die Kommunen finanziell unterstützen, um neue und ortsnahe Räumlichkeiten anzumieten.

Schließlich fordert Stoch, das Luftfilterprogramm der Landesregierung auszuweiten: „Auch hier gehen viele Städte und Gemeinden im Landkreis in Vorleistung. Dabei darf das Land nicht nur zuschauen.“