Über alle Geschäftssegmente hinweg erzielte die Paul Hartmann AG Heidenheim von Januar bis September 2022 Umsatzerlöse in Höhe von rund 1,71 Milliarden Euro. Der organische Umsatzrückgang des Unternehmens lag bei -1,0 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Hartmann erzielte ein bereinigtes Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen) von 139 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 53 Millionen Euro mehr.

Aufgrund der sich weiter verschlechternden Marktsituation passt Hartmann die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 an. Die Gewinnerwartung (Ebitda) wird auf 180 bis 220 Millionen angesetzt, zuvor waren es 190 bis 230 Millionen Euro. Das Unternehmen geht weiter von einem moderaten organischen Umsatzrückgang aus.

Preise sind gestiegen

Der Geschäftsverlauf von Hartmann sei in den ersten neun Monaten des Jahres geprägt von deutlich gestiegenen Material-, Transport- und Energiekosten, teilt das Unternehmen mit. Auch Währungseffekte hätten sich negativ ausgewirkt. Hinzu kamen weiter destabilisierte Lieferketten sowie Risiken bei der Energieversorgung.

Dem begegnete das Unternehmen mit Preisanpassungen, wodurch die stark gestiegenen Materialkosten zumindest teilweise kompensiert werden konnten. „Zusätzlich wurden weitere Maßnahmen zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung umgesetzt“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Abhängigkeit von russischem Gas habe Hartmann durch Investitionen in seine Infrastruktur deutlich reduziert. Zudem seien in signifikantem Umfang Warenbestände aufgebaut worden. „Die damit verbundenen erheblichen Zusatzkosten nimmt das Unternehmen in Kauf, weil die sichere Belieferung der Kunden oberste Priorität hat“, so Hartmann.

Hartmann investiert weiterhin

Trotz der schwierigen Marktsituation habe man bei Hartmann die langfristigen Ziele des Transformationsprogramms in den ersten drei Quartalen 2022 konsequent verfolgt, teilt das Unternehmen mit. „Zur Stärkung seiner Zukunftsfähigkeit hat das Unternehmen in Produktionsanlagen, Infrastruktur und Produktneuerungen investiert“, so die Pressemitteilung.

„Wir werden unvermindert an der nachhaltigen Stärkung unseres Unternehmens arbeiten und unser Transformationsprogramm umsetzen“, sagt dazu Britta Fünfstück, Vorstandsvorsitzende von Hartmann. Sie verspricht, dass die Investitionen auch zukünftig auf einem hohen Niveau bleiben werden. „Allerdings werden im vierten Quartal und insbesondere im kommenden Geschäftsjahr die wirtschaftlichen Herausforderungen für Hartmann und die gesamte Gesundheitsbranche noch größer“, so Fünfstück.