Heidenheim / HZ Die Parteivorsitzende der ÖDP, Gabriela Schimmer-Göresz, spricht von einer fortgeschrittene Demokratiemüdigkeit, die sich explosiv auswirke.

Beim Neujahrsempfang der ÖDP-Heidenheim ging die Bundesvorsitzende der Partei, Gabriela Schimmer-Göresz, auf die Ursachen der breiten Vertrauenskrise der Bevölkerung ein, die nicht nur Eliten, Parteien, Politiker und Medien einschließe. Es sei inzwischen eine fortgeschrittene Demokratiemüdigkeit zu verzeichnen, die sich explosiv auswirke.

Das Aufkommen extremer Parteien sei hierfür symptomatisch, die Krankheit heiße Postdemokratie. Wichtige Entscheidungen würden zwischen den Eliten aus Politik und Wirtschaft ausgehandelt und Regierungen folgten in vorauseilendem Gehorsam den Unternehmensinteressen. Für Schimmer-Göresz aber gilt: Der Welthandel sei fair zu gestalten. „Was wir brauchen, ist ein Wohlstand ohne Gier, der in Kreisläufen wirtschaftet, der klar unterscheidet zwischen Zukunftsfreundlichkeit und Zukunftsfeindlichkeit.“

ÖDP-Vorsitzende: Unsere Erde zuerst

Die ÖDP fordert eine Abkehr von der Leitkultur der Verschwendung, Zerstörung und Spaltung. Dem Versprechen der Bundeskanzlerin „Wohlstand für alle“ setzt Schimmer-Göresz das „Gute Leben für alle“ entgegen. Die größte Herausforderung im 21. Jahrhundert sei es, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Die Botschaft sei einfach: Unser Lebensraum, unsere Erde zuerst! Einzig darin sieht die Referentin eine Chance, den Fluchtgründen Armut, Hunger, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit den Boden langfristig zu entziehen. Der engagierte, fundierte und mitreißende Vortrag wurde mit lang anhaltendem Beifall belohnt. Der ÖDP-Kreisverband geht angesichts neuer Interessenten mit Zuversicht in die Bundestagswahl.