Die Rinde des Apfelbaums im Garten bekommt plötzlich schwarze Flecken? Die Tomaten im Gewächshaus verfärben sich zuerst braun und dann schwarz? Auf den Stachelbeer-Sträuchern krabbeln winzige Tiere? Oft steht der Hobbygärtner vor einem Rätsel, was mit seinen Pflanzen los ist. Beim Landratsamt Heidenheim kann man sich in solchen Fällen kostenlosen Rat holen: Als Fachberater für Obst- und Gartenbau stehen Julika Stoll und Benedikt Sokolowski bei Problemen mit Pflanzen aller Art zur Verfügung. Sie helfen nicht nur bei Krankheiten und Schädlingen weiter, sondern können auch Tipps geben, welche Obstbaumsorten oder Stauden für bestimmte Standorte geeignet sind oder wie man am effektivsten und nachhaltigsten düngt.

Die beiden Berater sind die Nachfolger von Hans-Ulrich Hagmeier, der 2021 in den Ruhestand ging. Insbesondere aus den Reihen der Obst- und Gartenbauvereine war der Wunsch laut geworden, wieder eine intensivere Betreuung und Beratung aus dem Landratsamt zu bekommen, weshalb Julika Stoll seit vergangenem Sommer Benedikt Sokolowski bei dieser Aufgabe unterstützt.

Auch Vorträge und Schulungen

Die beiden Fachberater stehen nicht nur für Einzelfragen zur Verfügung, sondern halten auch Vorträge und Schulungen ab. Insbesondere kümmern sie sich um die Ausbildung der Fachwarte für Obst- und Gartenbau. Mit der schriftlichen und mündlichen Prüfung im Oktober 2022 wurde der erste solche Kurs seit mehreren Jahren abgeschlossen. Mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich jetzt „LOGL-geprüfter Obst- und Gartenfachwart“ nennen. Im November startete wieder ein Kurs, auch daran nehmen rund 25 Interessierte teil. „Das sind gute Zahlen, wir spüren ein deutliches Interesse an dem Thema“, sagt Andreas Haumann, Fachbereichsleiter Landwirtschaft im Heidenheimer Landratsamt.

Wer sich zum Fachwart ausbilden lassen möchte, muss ungefähr 100 Stunden für Theorie- und Praxisstunden aufwenden, die über ein Jahr verteilt werden. Am Anfang stehen Theoriestunden, in denen Grundlagenwissen zu Botanik, Bodenpflege, Düngung, Pflanzung, Schnitt, Vermehrung, Pflanzenschutz, Ernte und Lagerung vermittelt wird. Dann folgen von Januar bis Mai rund 40 Praxisstunden, in denen das theoretische Wissen praktisch umgesetzt wird. Als Abschluss müssen die Teilnehmenden eine schriftliche, mündliche und praktische Prüfung ablegen.

„Die Teilnehmenden sind im Durchschnitt zwischen 25 und 45 Jahre alt“, berichtet Andreas Haumann. Die Mitgliedschaft in einem Obst- und Gartenbauverein ist keine Voraussetzung für die Teilnahme, auch wenn der Kreisverband für Obst- und Gartenbau zusammen mit dem Landratsamt und der Fach- und Baumwartvereinigung Heidenheim Veranstalter der Kurse ist.

Kontakt zu den Fachberatern für Obst- und Gartenbau: Julika Stoll, Tel. 07321.321-1352, E-Mail: j.stoll@landkreis-heidenheim.de und Benedikt Sokolowski, Tel. 07321.321-1323, E-Mail: b.sokolowski@landkreis-heidenheim.de.

Kreis Heidenheim