Noch wenige Stunden, dann steht fest, wer für die kommenden acht Jahre neuer Chef im Heidenheimer Rathaus wird. Voraussetzung: Einer der Kandidaten, die seit mehreren Wochen mit unterschiedlicher Vehemenz in eigener Sache trommeln und den Posten gerne als Nachfolger von Bernhard Ilg bekleiden würden, erhält am Sonntag mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen.

In den 26 übers Stadtgebiet verteilten Wahllokalen haben die Wahlberechtigten zwischen 8 und 18 Uhr die Möglichkeit, sich zwischen vier Männern zu entscheiden. Entsprechend dem Eingang ihrer Bewerbungsunterlagen sind das Dr. Klaus Nopper (Rechtsanwalt, 53 Jahre alt), Matthias Förster (IT-Berater, 38), Michael Salomo (Bürgermeister, 32) und Matthias Ludewig (Möbelproduzent, 43).

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Maßgeblich für das Ergebnis sind natürlich auch die Briefwähler. 6894 Heidenheimerinnen und Heidenheimer ließen sich die dafür erforderlichen Dokumente bis Freitagvormittag zusenden. Ein Geheimnis bleibt bis Sonntagabend, wie viele von ihnen tatsächlich auf diesem Weg abgestimmt haben. Es genügt im Übrigen nicht, die Briefwahlunterlagen am Sonntag in einem der Wahllokale abzugeben. Grund: Sie können dann nicht wie vorgeschrieben um 18 Uhr im Rathaus vorliegen.

Pandemiebedingt konzentrierte sich der Wahlkampf zwangsläufig weitgehend auf Vorstellungsgespräche im kleineren Kreis. Hinzu kamen eine auffallend große Zahl von Plakaten im öffentlichen Raum, Zeitungsanzeigen und Posts in den sozialen Medien.

Auch 16-Jährige sind wahlberechtigt

Letztgenannte dürften nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass bereits 16-jährige Deutsche und Unionsbürger zur Wahl aufgerufen sind. Die Zahl der Wahlberechtigten, die bei der Landtagswahl im März noch bei rund 31 900 gelegen hatte, klettert deshalb nun auf exakt 37 327 – bei aktuell 49 962 Einwohnern.

Nachdem das Bewerber-Quartett am 8. Juni im Naturtheater gemeinsam auf dem Podium gesessen und sich sowohl den rund 260 dort anwesenden Zuhörern als auch den Nutzern eines Livestreams präsentiert hatte, sind nun also die Wählerinnen und Wähler am Zug, ihrem dabei gewonnenen Empfinden Ausdruck zu verleihen.

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In den Wahllokalen gelten die üblichen Hygieneregeln von der Händedesinfektion über das Maskentragen bis zum Abstandhalten. Ein negativer Coronatest oder ein Impfnachweis müssen nicht vorgelegt werden.

Sollte am 20. Juni keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erringen, findet drei Wochen später – am Sonntag, 11. Juli – ohne erneute Ausschreibung im Staatsanzeiger eine Neuwahl statt, bei der dann die einfache Mehrheit zum Sieg reicht. Im Falle einer Stimmengleichheit entscheidet das Los.

Bei einer Neuwahl können auch neue Bewerber antreten

Antreten können dann auch Personen, die ihren Hut bislang nicht in den Ring geworfen haben. Die Bewerbungsfrist läuft in diesem Fall von Montag, 21. Juni, bis Mittwoch, 23. Juni, 18 Uhr. Die ursprünglichen Bewerbungen bleiben gültig, sofern sie zuvor nicht ausdrücklich zurückgezogen werden.

Im Fall einer Neuwahl bekommen diejenigen, die die Briefwahl bereits für zwei mögliche Wahlgänge beantragt hatten, die Unterlagen automatisch zugeschickt. Sie müssen selber nichts unternehmen. Wer die Briefwahlunterlagen für eine Neuwahl noch nicht angefordert hat, kann das mit seiner Wahlbenachrichtigung nachholen, die er nach der Stimmabgabe am kommenden Sonntag wieder mit nach Hause bekommt. Oder aber er geht damit am 11. Juli zur Neuwahl in das darauf vermerkte Wahllokal.

Wer in der Zwischenzeit wahlberechtigt wird, weil er spätestens am 11. Juli seinen 16. Geburtstag feiert oder dann seit mindestens drei Monaten mit Hauptwohnsitz in Heidenheim gemeldet ist, erhält eine Wahlbenachrichtigung.

HZ berichtet am Wahlabend online

Auf hz.de/obwahl berichtet die HZ am Sonntagabend ab 18 Uhr über das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl und liefert im Laufe des Abends Stimmen der Kandidaten zum Ausgang. Wer sich vorab noch einmal über die Bewerber und den Ablauf der Wahl informieren möchte, ist hier ebenfalls richtig.