Wenn großflächig und über einen längeren Zeitraum hinweg der Strom ausfällt, spricht man von einem sogenannten Blackout. Dann kann es auch passieren, dass Festnetz-Telefone, Handys und Internet nicht mehr funktionieren. Für einen solchen Fall hat die Stadtverwaltung Heidenheim ein Konzept entwickelt. Auch die Freiwillige Feuerwehr wurde in die Pläne einbezogen. Im Stadtgebiet und den Teilorten werden dann fünf Notfalltreffpunkte eingerichtet. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger Informationen und in Notfällen auch Hilfe erhalten.

Die Treffpunkte sind am Rathaus Heidenheim sowie an den Turn- und Festhallen in Schnaitheim, Mergelstetten, Großkuchen und Oggenhausen.

Platz für Menschen und Fahrzeuge

Fällt in Heidenheim entweder plötzlich oder mit Vorwarnung der Strom aus, bauen Feuerwehr und Mitarbeitende der Verwaltung umgehend die fünf Notfalltreffpunkte auf. Die Standorte sind von allen Wohngebieten aus zu Fuß in höchstens 30 Minuten erreichbar. Dort ist auch genügend Platz für die Hilfesuchenden sowie für die Fahrzeuge der Hilfskräfte.

In Oggenhausen finden die Bürger im Notfall einen Treffpunkt an der Turn- und Festhalle.
In Oggenhausen finden die Bürger im Notfall einen Treffpunkt an der Turn- und Festhalle.
© Foto: HZ-Archiv

An den Notfalltreffpunkten wird für eine Notstromversorgung und damit auch für Licht gesorgt. Über den Funk der Feuerwehr soll eine einfache Kommunikation zwischen den Stadtteilen und dem Rathaus möglich sein, es können somit auch Notrufe getätigt werden. Die Funkverbindung ermöglicht zugleich, die Bevölkerung an den Notfalltreffpunkten über die aktuelle Situation zu informieren und Informationen von übergeordneten Behörden weiterzugeben. Außerdem soll es an den Treffpunkten Erste-Hilfe-Material geben. Lebensnotwendige Medikamente können dort angefordert werden und werden dann von einem Botendienst angeliefert.

Der Notfalltreffpunkt in Großkuchen im Fall eines länger andauernden Stromausfalls wird an der Turn- und Festhalle eingerichtet.
Der Notfalltreffpunkt in Großkuchen im Fall eines länger andauernden Stromausfalls wird an der Turn- und Festhalle eingerichtet.
© Foto: HZ-Archiv

Jeder Notfalltreffpunkt wird sieben Tage die Woche rund um die Uhr mit mindestens zwei Feuerwehrleuten und einer Verwaltungskraft besetzt. Damit hat die Bevölkerung im Falle eines Stromausfalls jederzeit die Möglichkeit, in ihrer Umgebung Kontakt zur Stadtverwaltung und Feuerwehr aufzunehmen.

Trotzdem eigenverantwortlich

Aber: Die Notfalltreffpunkte sind weder als Wärmeinseln gedacht, noch dazu geeignet, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. „Die Treffpunkte entbinden die Bürgerinnen und Bürger nicht von ihrer Eigenverantwortung“, sagt Oberbürgermeister Michael Salomo. Die Stadtverwaltung rät dazu, sich an die Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu halten. Demnach sollte man für Krisenfälle stets Nahrungsmittel und Trinkwasser für zehn Tage auf Vorrat lagern. Außerdem empfiehlt das Bundesamt, ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen und Kerzen bereitzuhalten.

Bürgerinnen und Bürger aus Schnaitheim treffen sich im Notfall an der Turn und Festhalle.
Bürgerinnen und Bürger aus Schnaitheim treffen sich im Notfall an der Turn und Festhalle.
© Foto: rw

Mit der Aufstellung des Notfall-Konzepts folgt die Stadt Heidenheim einer Empfehlung des baden-württembergischen Innenministeriums. Muss man jetzt täglich mit dem Blackout rechnen? „Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu einem andauernden, großflächigen Stromausfall kommt, wird von den übergeordneten Behörden aktuell als sehr gering eingeschätzt“, sagt Oberbürgermeister Michael Salomo. Man solle sich deshalb nicht unnötig sorgen.“

Trotzdem empfiehlt die Stadtverwaltung, sich die Informationen über die Notfalltreffpunkte in gedruckter Form beiseite zu legen, um darauf auch zugreifen zu können, wenn es keinen Zugang zum Internet gibt. Im Detail sind die Informationen auch auf der städtischen Homepage unter www.heidenheim.de/notfall zu finden. Weitere Infos vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt es unter www.bbk.bund.de

Was empfiehlt das Bundesamt?

Wie legt man sich sinnvollerweise einen Vorrat für den Notfall an? Auf der Homepage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe findet man dazu viele Tipps.

So wird beispielsweise empfohlen, von haltbaren Lebensmitteln generell immer einige Packungen im Haus zu haben und diese auch laufend zu verbrauchen, damit der Vorrat immer frisch bleibt. Neben Nahrungsmitteln ist es auch wichtig, Trinkwasser zu bevorraten, falls dieses nicht mehr frisch aus der Leitung kommt. Aus einem Wettbewerb des Bundesamts zusammen mit großen Hilfsorganisationen ist das Buch „Kochen ohne Strom“ (Bassermann-Verlag, 9,99 Euro) entstanden, das man sich ebenfalls für den Notfall bereitlegen kann.