Kreis Heidenheim / Carolin Wöhrle In Brenz, Königsbronn und Dischingen öffneten gestern Kulturdenkmäler ihre Türen für interessierte Besucher.

Wer sich gestern bei dem miesen Herbstwetter vom heimischen Sofa aufraffen konnte, auf den wartete beim Tag des offenen Denkmals Lokalgeschichte noch und nöcher.

Vor allem der Königsbronner Kulturverein schöpfte aus dem Vollen: Klosterkirche, Torbogengebäude, Pfisterei, Kannenmuseum, Feilenschleiferei. Mehrmals täglich fanden Führungen statt.

Besonders spannend, weil der Blick auch in die Zukunft gerichtet war, geriet die Führung durch das historische Flammofengebäude der Schwäbischen Hüttenwerke. Hier soll bekanntlich ein Industriemuseum entstehen. Ursprünglich war vorgesehen, es schon gestern den Besuchern zu präsentieren. Die Gespräche mit dem Landesdenkmalamt hatten sich allerdings länger hingezogen als erwartet.

Blick ins kürzlich entdeckte Labor

Macht nichts, meinte gestern auch der Vorsitzende des Kulturvereins Ulrich Knöller. Derzeit werde man von den Denkmalpflegern bei der Restaurierung des Gebäudes und der Öfen sehr gut unterstützt. Außerdem gab Knöller den Besuchern noch einen ganz besonderen Einblick: nämlich in das kürzlich erst entdeckte Labor, in dem es – zugegeben – noch ziemlich wild aussieht. Auch hier will man sich in den kommenden Monaten an die Arbeit machen. Laut Knöller soll dann beim Denkmaltag 2018 alles fertig sein.

Deutlich märchenhafter ging's da gestern auf Schloss Brenz zu: Hier hatte man das Motto „Märchenhaftes auf Schloss Brenz für Jung und Alt“ ausgesucht. In den eindrucksvollen Räumen des Schlosses, das im 17. Jahrhundert nach der Zerstörung im Krieg im Renaissancestil wiederaufgebaut worden war, erzählten die Mitglieder des Fördervereins Märchen. Zudem gab's Führungen zum Turmzimmer sowie Dach- und Kostümführungen, die sowohl für die großen als auch für die kleinen Besucher geeignet waren.

In Dischingen wiederum drehte sich alles um die Härtsfeld-Museumsbahn: Neben der Möglichkeit, mit der Bahn mitzufahren, konnten sich die Besucher auch im historischen Bahnhofsgebäude umsehen. Erbaut worden war dieses 1901, geschlossen im Jahr 1972. 2005 wurde das alte Bahnhofsgebäude dann vom Verein Härtsfeld-Museumsbahn gekauft. Gestern lockten Warteraum, Dienstraum und Güterboden im Originalzustand.

Auch die Alte Mühle in Burgberg und die Kaltenburg präsentierten sich: Mehr dazu auf Seite 11.