Wer könnte besser Auskunft geben zur Situation von Migranten im Landkreis Heidenheim als die Migranten selbst? Dieser Gedanke steckt hinter der Gründung eines Migrationsbeirats, die der Kreistag im März beschlossen hat. Am Donnerstagabend traf sich das Gremium zur konstituierenden Sitzung in der Königsbronner Hammerschmiede.

Kreisräte und Integrationsbeauftragte

Landrat Peter Polta, der dem Gremium vorsteht, begrüßte die zwölf Mitglieder mit Migrationshintergrund, die vier dort vertretenen Kreisräte und Bürgermeister Marcus Bremer (Niederstotzingen) als Vertreter der Städte und Gemeinden. Auch die drei Integrationsbeauftragten des Landkreises und der Städte Giengen und Heidenheim (Martina Kunze, Yasemin Yelen und Irena Hybl) gehören dem Migrationsbeirat an.

Aus vielen verschiedenen Ländern

Als stellvertretende Vorsitzende des Gremiums wurden Vesislava Georgieva und Bernhard Ilg gewählt. Die zwölf Migranten und Migrantinnen, die im Beirat vertreten sind, kommen unter anderem aus Ghana, Bulgarien, der Türkei, Vietnam, Italien, Russland, Griechenland, Tschechien und Rumänien. Sie arbeiten beispielsweise als Ingenieure, Sozialarbeiterinnen oder Krankenschwestern und leben erst seit einigen Jahren oder schon seit vielen Jahrzehnten im Landkreis Heidenheim. Sie alle haben ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen, sodass am Ende eine möglichst vielfältige Zusammensetzung des beratenden Gremiums erreicht werden konnte.

Begegnung und Austausch

Der Migrationsbeirat soll sich künftig in vierteljährlichem Turnus treffen und den Kreistag bei Themen beraten, die mit Migration und Integration zu tun haben. Um sich selbst Zielsetzungen zu geben, wurden bei der ersten Sitzung Arbeitsgruppen gebildet, die Ideen gesammelt haben. Als Ziele benannt wurden anschließend die Netzwerkarbeit, die Schaffung von Begegnung und Austausch sowie eine Öffentlichkeitsarbeit, die den Migrationsbeirat auf unterschiedliche Weise sichtbar macht.

Rund 22.000 Menschen aus dem Ausland

Die drei Integrationsbeauftragten gaben in einer Präsentation einen Überblick über das Thema Migration und Integration im Landkreis Heidenheim. Der Anteil von Ausländern im Landkreis Heidenheim ist von rund neun Prozent im Jahr 2011 auf rund 16 Prozent im Jahr 2020 angestiegen. 22.098 Ausländerinnen und Ausländer leben aktuell im Landkreis. Ein genauerer Blick auf die Entwicklung seit 2011 zeigt, dass der überwiegende Anteil dieser Menschen aus europäischen Herkunftsländern kommt. Den größten Anteil der Migrantinnen und Migranten stellen die Türkei (3430), Ungarn (2437), Rumänien (2328), Italien (1760) und Kroatien (1635).

Menschen zusammenbringen

Irena Hybl, die Integrationsmanagerin der Stadt Heidenheim, unterschied zwischen den Integrationsbemühungen für Geflüchtete und denen für andere Migranten, da diese beiden Gruppen unter ganz unterschiedlichen Bedingungen nach Deutschland gekommen seien. Zusammenfassend sagte sie über die Arbeit, die sie und ihre beiden Kolleginnen leisten: „Wir möchten unterschiedliche Mitglieder der Gesellschaft zusammenbringen.“ Zu den kommunalen Strukturen, die es im Landkreis Heidenheim gebe, würde nun auch der Migrationsbeirat gehören.

Das sind die Mitglieder

Mitglieder des Migrationsbeirats sind Nour Bsata, Vesislava Georgieva, Abdullah Göcmen, Thi Van Trang Ho, Sherif Hussein, Michele Lampariello, Charles Osei-Ntiamoah, Gülhan Özdemir, Ilya Pereleshin, Ioannis Stergiannis, Iva Sofia Tasellari-Werner, Aurelian Tirziu, Peter Polta, Bernhard Ilg, Rudi Neidlein, Mathias Brodbeck, Hüseyin Günes, Marcus Bremer, Yasemin Yelen, Martina Kunze, und Irena Hybl.

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