Heidenheim / Karin Fuchs Seit neuestem benachrichtigt die Rettungsleitstelle die Helfer mit Hilfe digitaler Technik. Was daran besser ist bisher, erläuterten die Fachleute beim Start.

Die entscheidende Nachricht vorab: Wer Hilfe benötigt, der wird von der neuen Technik nichts bemerken. Er wählt weiterhin die Notrufnummer 112, landet mit seinem Anruf in der integrierten Rettungsleitstelle in Aalen und kann seinen Hilferuf loswerden. Ab dann kommt die neue Digitaltechnik ins Spiel, um den Kontakt zu den Ersthelfern und Feuerwehrleuten herzustellen. Und die soll, so die Erwartungen von Kay Thiemig von der Rettungsleitstelle, zuverlässiger und schneller sowie im Falle von flächendeckenden Stromausfällen für 24 Stunden weiter funktionieren.

26 neue Funkantennen im Landkreis Heidenheim

Während die Einsatzkräfte bislang über das analoge Funknetz alarmiert wurden, passiert dies nun mit Hilfe eines Digitalnetzes. Dieses haben der Landkreis Heidenheim und der Ostalbkreis gemeinsam in den vergangenen Jahren aufgebaut. 1,4 Millionen Euro wurden investiert, die Hälfte des Geldes kam von den Landkreisen, die andere Hälfte von den Kostenträgern, also den Krankenkassen. Der Landkreis Heidenheim war mit 200 000 Euro beteiligt. Von dem Geld wurde nicht nur die Technik in der Rettungsleitstelle erneuert, sondern es wurden 56 digitale Sendeantennen aufgestellt. Von den 26 im Landkreis Heidenheim sind mit Ausnahme von Auernheim alle einsatzbereit.

Am Montag wurde die digitale Alarmierung im Beisein von Vertretern beider Landkreise in der Leitstelle im Aalener DRK-Zentrum in Betrieb genommen. Für den Landkreis Heidenheim waren Georg Feth, zuständiger Dezernent im Landratsamt, sowie von der Feuerwehr Kreisbrandmeister Rainer Spahr und Jürgen Kübler dabei, als symbolisch der erste digitale Alarm auf den Weg geschickt wurde.

Dennoch kommt die digitale Notruf-Kette sicherheitshalber nur in Etappen in Schwung. In der ersten Phase aufgeschaltet sind laut Auskunft von Georg Feth, Dezernent im Heidenheimer Landratsamt, die Rettungskräfte. Im Sommer sollen die Feuerwehren folgen, deren Helfer mit 5000 Engeräten ausgerüstet werden. Und in einer letzten Phase ist dann 2020 der Kathastrophenschutz an der Reihe.

Digitalfunk fehlt noch

Die digitale Alarmierung sei nur ein Zwischenschritt, sagte Aalens DRK-Kreisvorsitzender Eberhardt Schwerdtner. Weiterhin fehlt der Digitalfunk. Mit der Umsetzung dieses letzten Schrittes rechnet Thiemig ab 2021.

Was ist nun konkret besser an der digitalen Alarmierung? Warum nicht die Helfer nicht einfach per SMS benachrichtigen? Weil das eigene digitale Funknetz eine bessere Flächenabdeckung habe. Thiemig. spricht von 90 Prozent. Und wenn das Handynetz bei Großereignissen zusammenbreche, laufe das eigene Funknetz störungsfrei weiter.Außerdem erhalten die Helfer gleich mit der Alarmierung eine Textnachricht über Art und Ort des Unfalls. Nicht zuletzt funktionierte der Alarm schneller und anders als die alte Analog-Technik aus den 1970er Jahren verschlüsselt.

Die Rettungsleitstelle: 281 Alarme pro Tag

In der integrierten Rettungsleitstelle in Aalen gehen alle Notrufe ein. Von dort aus werden Rettungsdienst, Notarzt oder Feuerwehr alarmiert. Die Leitstelle ist zuständig für die Landkreise Heidenheim und Ostalb und damit für rund 445 000 Einwohner.

Täglich gehen im Schnitt 281 Alarme raus. Das sind 102 000 Alarme pro Jahr.

Im Jahr 2018 kamen in der Rettungsleitstelle knapp 200 000 Anrufe an. Auf den Weg geschickt wurden von dort 37 000 Notfalleinsätze, 1500 Einsätze für technischer Hilfeleistung, 27 000 Krankentransporte, 338 Einsätze bei Unwetter und 906 Brandeinsätze.