Heidenheim / Andreas Uitz In der Römerstraße soll eine neue Einrichtung mit vier Gruppen und bis zu 80 Betreuungsplätzen in unterschiedlicher Form entstehen.

Manchmal kann man noch so gut planen und wird dann von der Wirklichkeit eingeholt. So verhält es sich beispielsweise mit der Kindergartenbedarfsplanung, auf deren Grundlage errechnet wird, wie viele Kindergartenplätze zur Verfügung gestellt werden müssen, um dem gesetzlichen Anspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz gerecht werden zu können. So können in mehreren Einzugsgebieten der Stadt aktuell Kinder nicht aufgenommen werden und stehen auf Wartelisten.

In der Oststadt versucht man nun, so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen. Schon zum 1. April plant die Stadtverwaltung, in der Ostschule eine weitere Notgruppe für bis zu 25 Kindergartenkinder einzurichten. Doch da sich die Situation auf absehbare Zeit nicht verändern wird, ist vorgesehen, in der Römerstraße einen neuen Kindergarten zu bauen.

Stadt kauft das Grundstück

Hier soll auf dem Gelände der Zinzendorfgemeinde ein Neubau entstehen, in dem bis zu 80 Kinder in vier Gruppen betreut werden können. Das Grundstück, so die Planung, soll die Stadt von der Gemeinde zum Preis von 52 800 Euro erwerben. Der bestehende Altbau wird auf Kosten der Kirchengemeinde abgebrochen, die den Garten des Zinzendorfhauses kostenlos als Außenspielfläche zur Verfügung stellt. Zwar ist vorgesehen, dass die Stadt den neuen Kindergarten baut, allerdings soll er in Trägerschaft der evangelischen Gesamtkirchengemeinde geführt werden. Sollte der Gemeinderat in seiner heutigen Sitzung den Planungen zustimmen, wird es in der neuen Einrichtung vier Gruppen geben. Eine davon in Ganztagesbetreuung mit 20 Plätzen, eine Kindergartengruppe mit verlängerten Öffnungszeiten für 25 Kinder, eine weitere Ganztagesgruppe mit verlängerten Zeiten für bis zu 25 Kinder sowie eine Krippengruppe mit zehn Plätzen. Bis zum Dezember 2018, so sieht es die Planung vor, soll die Einrichtung fertig sein.

Ist sie erst in Betrieb, dürfte der Bedarf an Plätzen in der Oststadt gedeckt sein. Schon seit längerem herrscht hier Knappheit an Betreuungsplätzen, so dass schon 2013 eine Notgruppe in der Bühlstraße eingerichtet wurde, eine weitere soll dieses Frühjahr in der Ostschule folgen. In der neuen Einrichtung beim Zinzendorfhaus werden dann diese beiden Notgruppen sowie eine weitere provisorische Gruppe im Kindergarten St. Margaretha aufgehen. Zudem stehen ausreichend Plätze für den gewachsenen Bedarf zur Verfügung, der unter anderem von Neubauten und renovierte Gebäuden herrührt, in die Familien eingezogen sind.

Gesamtkosten von 2,3 Millionen

Dadurch, dass das Zinzendorfhaus im Sanierungsgebiet Oststadt liegt, kann die Stadt beim Erwerb des Grundstücks Fördermittel verwenden. Sowohl beim Kauf des Grundstücks als auch für den Bau von Kindergartengruppen liegt der Fördersatz bei 60 Prozent. Auch für die Kleinkindgruppe sollen Fördermittel beantragt werden. Insgesamt kalkuliert man mit Gesamtkosten von rund 2,3 Millionen Euro. An Fördermitteln und Zuweisungen hofft man im Rathaus, 1,15 Millionen Euro einkassieren zu können.