Mergelstetten / Silja Kummer In Mergelstetten hat der „Deutschsprachige Muslimkreis Heidenheim“ ein ehemaliges Ladengeschäft umgebaut und eröffnet am Freitag eine Moschee.

Eine neue Moschee wird am Freitag um 14 Uhr in Mergelstetten in der Carl-Schwenk-Straße eröffnet: Die Mitglieder des „Deutschsprachigen Muslimkreises Heidenheim“ (DMK) haben finanziert durch Spenden und mit viel Eigenleistung das Ladengeschäft, in dem sich früher der Drogeriemarkt Schlecker befand, umgebaut. Auf rund 250 Quadratmetern wurden zwei Gebetsräume – einer für Männer, einer für Frauen – eingerichtet. „Wir wollten eine Moschee, in der auf Deutsch gepredigt wird, denn das ist unsere gemeinsame Sprache“, erläutert Riad Jaballah vom DMK, der als Verein eingetragen ist.

Die Mitglieder des Muslimkreises kommen aus verschiedenen Herkunftsländern und verstehen sich als muslimische Gemeinde. „Wir gehören zu keiner bestimmten Richtung des Islam und sind keinem Staat verbunden“, sagt Jaballah. Er betont vielmehr, dass man natürlich das Grundgesetz und die deutsche Verfassung respektiere. „Wir wollen jeglichen extremistischen, fanatischen oder nationalistischen Tendenzen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft entgegenwirken“, so der Vertreter der neuen Gemeinde. Er selbst ist wie viele andere Mitglieder des Vereins auch in Heidenheim geboren und aufgewachsen. „Imame, die beispielsweise aus der Türkei gesandt werden und dann für einige Jahre in Deutschland tätig sind, erreichen oft vor allem die jungen Muslime nicht“, meint er. Zu groß seien die kulturellen Unterschiede, zu gering das Verständnis für die tatsächliche Lebenssituation.

Beim Freitagsgebet in der neuen Moschee werden die traditionellen Gebete zwar auf Arabisch gesprochen, die Predigt hingegen in deutscher Sprache. „Dazu sind alle eingeladen, auch Nichtmuslime dürfen gerne kommen“, sagt Jaballah. Neben verschiedenen Unterrichtsangeboten, beispielsweise Koran- oder Arabischunterricht, hat sich der Muslimkreis auch die interkulturelle Arbeit auf die Fahnen geschrieben. Es soll Veranstaltungen, Seminare, Workshops oder Kurse geben. „Wir möchten auch gerne den Dialog zu den Kirchen aufbauen“, meint Jaballah.

Für muslimische Männer eine Pflicht

Das Freitagsgebet entspricht im Islam dem christlichen Sonntagsgottesdienst. Es ist eine im Koran verankerte religiöse Verpflichtung für muslimische Männer und Jungen ab der Pubertät, den Frauen wird es nur empfohlen. Dabei werden vom Imam (Vorbeter) Koranverse rezitiert. Vor dem eigentlichen Gebet gibt es eine Predigt.