Heidenheim / Sandra Gallbronner Der Platz wird knapp an der Maria-von-Linden-Schule im Berufsschulzentrum. Deshalb soll die Technische Schule vollständig an den Standort an der Clichystraße umziehen.

Insgeheim habe man ja gehofft, dass der Landkreis beim Kommunalen Sanierungsfonds des Landes erfolgreich sein wird, bekennt Peter Sinzel, zuständig für Schulen und Gebäudemanagement beim Landkreis. Für drei landkreiseigene Schulen – die Technische Schule und die Arthur-Hartmann-Schule in Heidenheim sowie die Pistorius-Schule in Herbrechtingen – hatte die Verwaltung für 2019 Förderanträge gestellt. Mitte April traf die frohe Botschaft ein: Gleich für alle drei Anträge erhält der Kreis Zuschüsse in voller Höhe. „Das war absolut nicht zu erwarten“, so Sinzel.

Den veranschlagten 3,2 Millionen Euro für die Sanierungsarbeiten stehen Fördermittel in Höhe von 2,05 Millionen Euro gegenüber. Nun hat der Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt des Kreistags den Masterplan, der die Baupläne zur Standortsicherung der Schulen beinhaltet, einstimmig angenommen. Die Vorgabe: Alle Bau- und Sanierungsarbeiten müssen bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

Doch was muss eigentlich gemacht werden? Im Fokus der Verwaltung – versehen mit der Priorität eins   liegt die Technische Schule. Der Grund: Die Maria-von-Linden-Schule im Berufsschulzentrum benötigt dringend mehr Räume. „Die Schule hat schon einen Flächenbedarf von 130 Prozent“, so Kreiskämmerer Roland Fuchs.

Sheddachbau wird umgebaut

Um mehr Platz zu schaffen, sollen die Bereiche der Technischen Schule, die derzeit noch in der Maria-von-Linden-Schule untergebracht sind, künftig an den Standort in der Clichystraße umsiedeln. Für diese „Einstandort-Strategie“ soll das eingeschossige Werkstattgebäude der Heid-Tech, das noch aus den 50er-Jahren stammt, grundlegend saniert und teilweise in Klassen- und Laborräume umgebaut werden.

So sei etwa die Schweißerei noch in einem Zustand wie vor 60 Jahren, so Fuchs. Vom Grundkörper sei das Gebäude aber noch in Schuss. Daher mache es Sinn, die Werkstatt zu optimieren und auf der gewonnenen Fläche Klassenräume und Labore unterzubringen. „Und so wie die ersten Untersuchungsergebnisse aussehen, wird das funktionieren“, sagt Fuchs. 1,2 Millionen Euro an Fördermittel und damit 59 Prozent der Gesamtkosten stehen für den Umbau der Werkstatt an der Technischen Schule zur Verfügung.

In der zweiten Schule in Heidenheim, die von Landeszuschüssen profitiert, der Arthur-Hartmann-Schule, müssen der Brandschutz, die Beleuchtung und die elektroakustische Anlage auf Vordermann gebracht werden. Zudem muss eine innenliegende Treppe aus statischen Gründen ersetzt werden. Beim kommunalen Sanierungsfonds wurden rund 663 000 Euro veranschlagt, davon werden 454 000 Euro bezuschusst. Bis Ende 2020 sollen alle Arbeiten umgesetzt werden.

Ebenfalls mit zu wenig Räumen hat die Pistorius-Schule in Herbrechtingen zu kämpfen. Abhilfe soll ein Anbau an der Arthur-Hartmann-Schule in Heidenheim für die Grundstufe der Pistorius-Schule bringen. Alle Bau- und Sanierungsarbeiten sollen knapp 460 000 Euro kosten, vier Fünftel übernimmt das Land.

Schäden im Boden beheben

In der Pistorius-Schule selbst werden hauptsächlich die stark in Mitleidenschaft gezogenen Innenwände saniert und der schadhafte Linoleumbelag ausgetauscht. Die Schule für Geistig- und Körperbehinderte wurde 2004 eingeweiht. Keine lange Lebensdauer für einen Boden, findet Ulrich Grath, Kreisrat der Freien Wähler: „Wenn ich nach so kurzer Zeit einen Boden austausche, wäre es vermessen zu sagen, dass der neue 170 Jahre hält?“

„Im Zuge des Neubaus wurden Fehler gemacht, neben den Estrichbauern war auch der Bodenbelagsbauer involviert“, sagt Sinzel. Linoleum sei als solcher in Ordnung, aber dort, wo der Untergrund nicht gestimmt habe, kam es zu Verwerfungen und Rissen. Die Mängel wurden bis dato allerdings noch nicht behoben. Beim Austausch des Bodens sollen die Schäden und der Untergrund angeschaut und die Fehler beseitigt werden.

Der Landkreis hat im Masterplan Schulbauprogramm kurz- und mittelfristige Maßnahmen bzw. Handlungsfelder für die landkreiseigenen Schulen aufgelistet. „Wie ich zugeben muss, ein durchaus ehrgeiziger Plan, der die Verwaltung in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen stellen wird“, sagt Sinzel.

Erweiterungsbau am Berufsschulzentrum

Ein Ziel des Landkreises mit dem Masterplan „Schulbauprogramm 2022“ ist es, dem Kreistag im kommenden Jahr eine entscheidungsreife Immoblienstrategie für das Berufsschulzentrum, für das eine Generalsanierung geplant ist, vorzulegen. In diesem Zuge soll das dortige Werkstattgebäude abgerissen und durch einen Erweiterungsbau ersetzt werden. Darin soll dann unter anderem ein Pflegezentrum entstehen, in welchem notwendige Räume für die Pflegeausbildung geschaffen werden.