Im Laufe der kommenden Woche soll in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung in Kraft treten. Wann genau, hängt vom Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene ab. Das Ziel der neuen Corona-Verordnung: Konkrete Warn- und Alarmwerte, um das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen.

Was es mit den neuen Warn- und Alarmwerten in Baden-Württemberg auf sich hat

Werden die Warn- bzw. die Alarmwerte überschritten, greifen Einschränkungen für Personen, die bislang noch nicht gegen Corona geimpft sind.

  • Warnstufe: Die Warnstufe tritt in Kraft, wenn die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) erreicht oder überschreitet den Wert von acht – oder ab 250 Covid-Patienten insgesamt auf den Intensivstationen.
  • Alarmstufe: Die Alarmstufe tritt in Kraft, wenn die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz den Wert von zwölf erreicht oder überschreitet – oder ab 390 Covid-Patienten auf den Intensivstationen.

Am Freitag, 10. September, betrug die Hospitalisierungsinzidenz in Baden-Württemberg 2,37. Insgesamt 171 Covid-Patienten mussten am Freitag auf Intensivstationen behandelt werden.

Diese Einschränkungen gelten für Ungeimpfte

Je nach Stufe sollen dann in bestimmten Lebensbereichen verschiedenen Maßnahmen ergriffen werden – beispielsweise PCR-Tests für Ungeimpfte in der Warnstufe oder eine 2G-Regelung in der Alarmstufe, so das Sozialministerium.

Bei Personen, die sich bislang noch nicht impfen lassen konnten wie beispielsweise Schwangere oder Kinder oder dies aus medizinischen Gründen nicht können, sollen Ausnahmen gelten.

„Mit der überarbeiteten Corona-Verordnung bereiten wir uns auf den Ernstfall vor“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Freitag. Ein Blick auf die Zahlen zeige: Infektionen finden derzeit fast ausschließlich unter nicht geimpften sttatt, während gleichzeitig mehr als 90 Prozent der Menschen mit einem schweren Corona-Verlauf keinen Impfschutz haben. Deshalb müssen die Maßnahmen bei der Personengruppe ansetzen, die maßgeblich zum Infektionsgeschehen und der Belastung des Gesundheitssystems beiträgt. Ziel sei es, die Überlastung des Gesundheitssystems in jedem Fall zu verhindern und damit Leben zu retten – was nicht nur auf Covid-patienten, sondern auch alle übrigen Menschen mit schweren Erkrankungen gelte, beispielsweise Herzinfarkte, so der Gesundheitsminister. Auch deren Behandlung müsse sichergestellt werden.

Daher rief der Gesundheitsminister am Freitag nochmal dazu auf: „Lassen Sie sich impfen und halten Sie sich an die Hygiene-Regeln. So kann jede und jeder einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass wir den Alarmwert und die damit verbundenen Maßnahmen später oder möglichst gar nicht erreichen.“