Heidenheim / HZ Die kirchliche Basis geht weiter aufeinander zu: Auch die Neuapostolische Kirche gehört jetzt zur lokalen Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen.

Die Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) hat die Neuapostolische Kirche als beratendes Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft offiziell aufgenommen. Die ACK ist die Dachorganisation der christlichen Kirchen, die sich bundesweit, landesweit und auf der lokalen Ebene wie in Heidenheim organisiert.

In seiner Funktion als ACK-Vorsitzender sagte Josef Ebert, Pfarrer der katholischen Dreifaltigkeitskirche: „Ich freue mich und bin sehr dankbar, dass wir unser ökumenisches Miteinander in Heidenheim mit der Aufnahme der Neuapostolischen Kirche in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen erweitert haben.“ Dabei verspüre er keinerlei Berührungsängste. Er sei sehr zuversichtlich, „dass wir gerade in einer sich stark verändernden Zeit unter dem einen Dach der christlichen Kirche zu einer vielfältigen Einheit zusammenwachsen“. Auch wenn offizielle Stellen, so Josef Ebert, sich noch mit weiteren Schritten schwertun mögen, ermutige ihn das, an der Basis schon ein wenig voraus zu gehen.

Schritt für Schritt zum gemeinsamen Ziel

„Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt, dem weitere folgen“, so der Bezirksvorsteher der Neuapostolischen Kirche, Wolfgang Krause. Es falle einem leicht, wenn man bei den ersten Schritten Ermutigung und Unterstützung erfahren. „Dies durften wir als Vertreter der Neuapostolischen Kirche im Prozess des Aufeinander-Zugehens von den Mitgliedern des ACK erfahren“, so der leitende Geistliche des Bezirks Heidenheim .

Gegenüber der Heidenheimer Zeitung wies der evangelische Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff darauf hin, dass im Hintergrund ein bemerkenswerter Erneuerungs- und Öffnungsprozess im Leben und in der Lehre der Neuapostolischen Kirche stehe. Dieser Prozess werde deutlich in dem im Jahr 2012 veröffentlichten Katechismus, der erstmals systematisch und umfassend die Lehre der neuapostolischen Kirche darstellt.

Guter Kontakt bestand schon vor der Aufnahme: So hat die neuapostolische Gemeinde zum Beispiel die ökumenische Vesperkirche in der Pauluskirche seit Jahren unterstützt. Der jetzt vollzogene Schritt ist nach Überzeugung des Dekans nur konsequent und eröffne weite Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Aufeinander-Zugehen bei der ACK

Auch Pastor Frank Mader, Vertreter der Evangelisch-methodistischen Kirche im Vorstand der ACK, hat bereits seit einigen Jahren den Weg innerhalb der Neuapostolischen Kirche beobachtet: „Die Öffnungsprozesse wurden überall sichtbar.“ So habe es ihn gefreut, dass es auch in Heidenheim ein schönes Aufeinander-Zugehen gegeben hat.

Zur ACK Heidenheim gehören die evangelische Freikirchen (evangelisch-methodistische Kirche, Gemeinde des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden – Baptisten), die evangelische Gesamtkirchengemeinde Heidenheim, evangelische Kirchengemeinde Mergelstetten und die katholische Gesamtkirchengemeinde Heidenheim. Jährlich findet ein gemeinsamer Gottesdienst statt. Voriges Jahr war es der „Gottesdienst aller Christen“ in der Pauluskirche mit mehr als 1000 Besuchern.