Heidenheim / Marita Kasischke Eine Herausforderung für den Naturtheater-Chor sind die Lieder von „My fair Lady“ – und Chorleiter Benjamin Samul fordert bei Proben zudem höchste Disziplin.

Die Lieder in „My fair Lady“ sind echte Ohrwürmer – allerdings Ohrwürmer, die es in sich haben. Das haben die Mitglieder des Naturtheater-Chors mittlerweile ein ums andre Mal feststellen müssen.

Was so locker klingt und klingen soll, entpuppt sich als ganz schön herausfordernd und will von den Akteuren Stück für Stück erarbeitet werden.

Da waren schon mal einige Startschwierigkeiten zu überwinden: Zu wenig Stimmen in Tenor und Bass, ein neuer Chorleiter. Und dann eben die Musik, die Komponist Frederick Loewe wahrlich nicht zum mal eben Nebenhersingen geschrieben hat, sondern vielmehr für den Chor und ebenso für den Chorleiter Benjamin Samul harte Arbeit bedeuten.

Samul, trotz seines jugendlichen Alters von 28 Jahren schon reichlich chorerfahren, ging auch gleich in die Vollen, schließlich ist die Zeit bis zur Premiere knapp und der Übungsbedarf enorm.

Komplexes Notenmaterial

Und siehe da: Nachdem das Tenor- und Bassproblem durch Männerzulauf und den Einfallsreichtum Samuls gelöst war, der Chor sich an Samul und Samul sich an den Chor gewöhnt hatte – da klappt es auch mit „My fair Lady“ und ihrem ziemlich komplexen Notenmaterial.

„Hei, heute Morgen mach€ ich Hochzeit!“ so schallt es jetzt schon sehr vielversprechend, und die Damen und Herren in Ascot, pardon: natürlich „jeder Duke und Earl und Peer“, wie es in der berühmten „Ascot-Gavotte“ heißt, haben auch schon ganz kräftige Chorstimmen bekommen.

Samul, der bereits seit seinem vierten Lebensjahr Klavier spielt, derzeit aufs Gymnasiallehramt studiert, eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker vorweisen kann und obendrein neben weiteren Chören den Chor des Liederkranzes Mergelstetten leitet, lässt aber auch keinen Schnitzer durchgehen und fordert von seinen Sängern höchste Disziplin.

Da wird korrigiert und gefeilt, dass so manches Chormitglied ins Stöhnen kommt – bis schließlich das anerkennende „Ja!“ des Chorleiters ertönt.

Denn mittlerweile weiß man: Wenn Samul „Ja!“ sagt, dann hat man schon mal ziemlich gute Arbeit geleistet. Und „mit 'nem kleen Stückchen Glück“ (auch so ein Gassenhauer aus „My fair Lady“) werden diese Fortschritte auch ausgebaut werden, zumal von allen Seiten unbeschränkt große Motivation spürbar ist.

Großen Respekt erworben

Mit seinem Können jedenfalls hat Samul sich große Achtung bei den Sängerinnen und Sängern verschafft. Das gilt auch für die Solisten, mit denen Samul ebenfalls die Gesänge einstudiert.

Und was macht dabei die Regie? Besorgt Bücher für die Bibliothek von Henry Higgins, gibt Unterricht in Sachen Berliner Dialekt und schreibt auch noch den Schluss des Stückes um.

Und das alles neben den szenischen Proben, versteht sich.