Heidenheim / Marita Kasischke Da konnten selbst der Regen, Wind und Kälte nichts ausrichten: Zahlreiche Besucher trotzten der Witterung und ließen sich beim Tag der offenen Tür im Naturtheater am Sonntag den Blick auf und hinter die Bühne nicht nehmen.

Was machte schon die Kälte aus, wenn auf der Bühne so mitreißend bei „Kohlhiesels Töchtern“ im nagelneuen Singspiel getanzt und gesungen wurde und der Robin Hood so herzerwärmend seine Lady Marian in die Arme schloss. Denn diesen Blick auf die Sommerproduktionen im Naturtheater konnten die Zuschauer bei den öffentlichen Proben schon einmal erhaschen. Da gab es viel Beifall sowohl für die kratzbürstige Susi Kohlhiesel und ihre Kommandos in der Kohlhiesel-Wirtschaft als auch den legendären König der Diebe, Robin Hood, der mit Little John & Co. durch die Wälder zieht.

Und beide Ensembles bekamen kurzzeitig Zuwachs: Die Besucher, die die Gelegenheit zur Führung hinter die Bühne nutzen, standen plötzlich auch mitten im Geschehen und durften einmal erleben, wie sie sich anfühlen, die Bretter, die die Welt bedeuten, vielleicht, um gleich mal beim Theater-Workshop mitzumachen, der ebenfalls im Angebot war.

Wissenswertes hinter den Kulissen

Zuvor aber erfuhren sie bei den stark frequentierten Führungen durch Maske, Kostümfundus, Schneiderei, Technik, Bühnenbau allerhand Wissenswertes über das, was so alles hinter den Kulissen zu erledigen ist, bis eine Inszenierung steht. Wer Lust hatte, konnte selbst einmal in ein Kostüm schlüpfen und sich fotografieren lassen. Für die kleinsten Besucher hatte die Theaterjugend, die diesen Tag der offenen Tür erstmals und sehr einfallsreich organisiert hatte, eine Hüpfburg und eine liebevoll gestaltete Spielstraße zum Mitraten bereit, sodass sich Mami und Papi gerne ins Café oder den Biergarten zurückziehen konnten. Apropos Mami: Die eine oder andere mag vielleicht gar mit einem Blumentöpfchen nach Hause gegangen sein. Das nämlich konnten die Kleinen, vielleicht schon von der Maske aufwendig geschminkt, ebenfalls in der Spielstraße mit vielen bunten Zutaten individuell für ihre Mutter zum Muttertag basteln.

Der Theaterchor gab Kostproben seines Könnens, die Pyrotechnik wurde ebenso bestaunt wie die Kampfchoreographie, und – auch das Bogenschießen a la Robin Hood konnte ausprobiert werden. Schade war nur, dass auch das schönste Weißwurstfrühstück den morgendlichen Regen nicht vertreiben konnte, denn so mussten die Musiker von „SaxPlus“ statt wie geplant draußen eben mit drinnen im Café vorlieb nehmen. Der Freude an ihrer gelungenen Musikuntermalung zum Frühschoppen tat dies jedoch keinen Abbruch – glücklicherweise lässt sich ja im großen weiten Naturtheater-Areal ja unter viele Dächer schlüpfen, nicht zuletzt in der Zuschauerhalle. Die Darsteller auf der Bühne freilich hatten es wohl am schwersten: In ihren leichten Kostümen mögen „Kohlhiesels Tochter“ zwar recht gefroren haben, ihrem Spiel und Gesang jedoch war dies nicht anzumerken.