Heidenheim / Manfred Allenhöfer Siegfried Schöllhorn war seit über 70 Jahren Mitglied – und prägender Akteur auf wie hinter der Bühne.

Er war einer der wenigen aus der Garde der, zumindest dem Lebensalter nach, „alten Garde“ des Naturtheaters – einer, den man noch „Volksschauspieler“ nennen durfte.

Siegfried Schöllhorn ist, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits vor zweieinhalb Wochen gestorben – im Alter von 76 Jahren, das man ihm nicht ansah, wenn er händchenhaltend mit seiner „Gise“, seiner ebenfalls im Naturtheater fest verankerten Ehefrau, durch Heidenheim schlenderte. Auch bei Premieren durfte das Paar nicht fehlen; sie gehörten zum quasi lebenden Inventar des Theatervereins auf dem Schlossberg.

Was sich beispielhaft zeigte, als Siegfried Schöllhorn vor vier Monaten die überaus rare Ehrung für eine 70-jährige Vereinsmitgliedschaft verliehen wurde – unter minutenlangen Standing ovations.

Als Sechsjähriger schon kam er in Kontakt mit dem Naturtheater – die Bindung ist nie gerissen, auch wenn es, er hat es nie vergessen, auch Jahre gab, in denen er gelitten hat unter Entwicklungen und Entscheidungen im Verein.

Aber in unbeirrbarer Loyalität stand er zum Naturtheater, das war eine Konstante in seinem Leben, die in unzähligen Rollen tragender und auch eher marginaler Natur, auch dafür war er sich nie zu schade, nur ganz unzureichend belegt wird.

Er war ein prägendes Gesicht – für die Spielerschaft im Naturtheater und ebenso für die unzähligen helfenden Hände und Köpfe, ohne die das Theaterspielen auf dem Areal am Salamanderbächle gar nicht möglich ist. Wenn Hand angelegt werden musste, auch hinter den Kulissen: Schöllhorn war da. In dieser Hinsicht machte er sich die Hände gerne schmutzig, ansonsten war er, was man so „einen feinen Kerl“ nennt.

Unzählige Rollen hat er ausgefüllt: mit einer prägnanten Stimme, die dank früher Schulung noch ohne Mikrophon auskam, mit markantem Spiel. Schöllhorn, Enkel der Russingers, die Gründungsmitglieder waren, erhielt zahlreiche Ehrungen für sein theaterbezogenes Tun; die Ehrenmitgliedschaft des Schlossberg-Vereins gehörte, wie selbstverständlich, dazu.