Heidenheim / pm Kein „Sams“ und kein „Graf von Monte Christo“: Die für diesen Sommer geplanten Vorstellungen sollen 2021 stattfinden. Was das für Besucher bedeutet, die bereits Karten für die Saison gekauft haben.

Corona hat nun auch den „Grafen von Monte Christo“ und das „Sams“ erwischt. Sie sind zwar gesund, doch aufgrund der Einschränkungen kann die Sommersaison im Naturtheater nicht stattfinden. „Schweren Herzens mussten wir uns dazu entschließen, die Saison in diesem Sommer abzusagen und auf nächstes Jahr zu verschieben“, beschreibt Vorsitzender Norbert Pfisterer das Ergebnis eines langen vereinsinternen Diskussionsprozesses.

Probenbetrieb und Bühnenbau haben ohnehin schon seit Wochen nicht mehr stattfinden können. „Das aufzuholen, hätten wir vielleicht noch stemmen können“, schildert Pfisterer, „aber nachdem Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten wurden, sehen wir keine Möglichkeit für unsere geplante Spielzeit.“ Diese wird nun komplett in den Sommer 2021 verlegt.

Karten weiter gültig

Was passiert mit den rund 27.000 bereits verkauften oder reservierten Karten? „Die behalten zunächst mal ihre Gültigkeit für nächstes Jahr“, so Pfisterer. Alle Käufer sollen angeschrieben werden. „Wer jetzt eine Karte beispielsweise für Samstag, 4. Juli, hat, kommt im nächsten Jahr am Samstag, 3. Juli“, sagt der Vorsitzende.

Der Wochentag für den geplanten Theaterbesuch bleibt also gleich. Auf diese Weise können die Zuschauer den Verein unterstützen: „Für unsere Mitarbeiter mussten wir bereits Kurzarbeit anmelden und wir müssen überlegen, was das im Hinblick auf sie bedeutet, wenn nun auch der Sommer mit seinen Einnahmen komplett ausfällt.“

Dem Verein würde es daher sehr entgegenkommen, wenn nicht eine Welle von Erstattungswünschen auf ihn zukäme. Alternativ wäre es auch möglich, so Pfisterer, den Kartenpreis zu spenden oder auch einen Gutschein für das Naturtheater zu erhalten. Für die Vorbereitungen benötigen die Mitarbeiter im Büro allerdings noch etwas Vorlauf; ab 11. Mai stehen sie für derlei Kundenwünsche zur Verfügung.

Für das Naturtheater ist dies, nachdem über 100 Jahre mit Ausnahme der Kriegsjahre ununterbrochen durchgespielt wurde, eine ganz neue Erfahrung. „Dass so gar nichts im Sommer bei uns stattfindet, das kennt keiner bei uns im Verein“, so Pfisterer, „im Gegenteil: Um diese Zeit sind eigentlich schon alle Engagierten dabei, ihre Einsätze in Technik, Service, Maske, Bühne zu planen.“ Vielleicht könne aber doch in einem anderen Rahmen noch für einen Sommer im Naturtheater gesorgt werden, hofft Pfisterer.

Sommer im Biergarten?

„Wir könnten uns vorstellen, den Biergarten zu öffnen und kleinere Kulturveranstaltungen zu bieten.“ Das hänge freilich davon ab, wie sich die weiteren Entscheidungen im Hinblick auf die Einschränkungen gestalten und auch davon, wie die Definition von „Großveranstaltung“ weiterhin aussehen wird. Der Vorverkauf für „Der Graf von Monte Christo“ und das „Sams“ im Jahr 2021 läuft weiter.

Stillstand im Naturtheater Festungshaft in Zeiten von Quarantäne

Bis 19. April wird im Naturtheater nicht geprobt und nicht gebaut. Doch wie geht es danach weiter? 27.000 Karten für die kommende Saison sind bereits verkauft. Doch selbst wenn es weitergeht: Bleibt genug Zeit, um die Mitte Juni beginnende Saison vorzubereiten und zu spielen?

Veranstaltungen in Corona-Zeiten Das nächste Großevent: Der Weihnachtsmarkt?

Uns allen steht ein Frühling und Sommer des Verzichts bevor. Fest steht, dass etliche Großveranstaltungen abgesagt sind, aber am Programm für den Herbst und Winter wird momentan noch gearbeitet.

Auch das Heidenheimer Open Air fällt in diesem Jahr der Coronakrise zum Opfer. Veranstalter Siggi Schwarz plant bereits das Festival 2021: Einer der Acts, der dieses Jahr geplant war, soll dann auftreten.

Auch das Dischinger Festival „Rock am Härtsfeldsee“ fällt den Coronaumständen zum Opfer. Was die Absage für die Macher des Festivals finanziell bedeutet, wie es im nächsten Jahr weitergehen könnte und was mit bereits gekauften Tickets passiert:

Für Oberbürgermeister Bernhard Ilg ist dies ein „einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Stadt“: Die Opernfestspiele 2020 werden nicht stattfinden.