Erdbeer-Felder sind nicht nur ein Paradies für Kinder – es spricht einiges dafür, Erdbeeren frisch vom Feld in der Region zu ernten.

Drei gute Gründe für heimische Erdbeeren

  • Lecker: Die Hauptsaison für Erdbeeren in Deutschland läuft von Mai bis Juli. Dann werden sie in optimaler Reife geerntet und schmecken dadurch richtig gut
  • Gesund: „Der Geschmack ist natürlich ganz entscheidend, aber er ist eben nur ein Punkt. Reife Erdbeeren haben auch einen höheren Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Substanzen“, sagt Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung. Erdbeeren enthalten viel Vitamin C. „Erdbeeren haben sogar einen etwas höheren Gehalt an Vitamin C als die klassische Orange“, sagt die Ernährungsexpertin Antje Gahl. Zudem haben Erdbeeren (30 kcal/100g) etwa nur halb so viele Kalorien wie Äpfel (60 kcal/100g).

Landkreis Heidenheim

  • Klimafreundlich: Erdbeeren sind auch außerhalb der Saison im Supermarkt erhältlich. Doch das ist schlecht für das Klima. Denn die Erdbeeren stammen häufig aus Südeuropa oder Nordafrika. Dort werden sie in großen Monokulturen auf kargen Böden produziert. Der Wasserverbrauch, der Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz sind hoch. Dazu kommen lange Transportwege. Es spricht also einiges dafür, auf die heimische Freiland-Erdbeersaison zu setzen.

Naschen erlaubt: Auf dem Erdbeerfeld ist es in der Regel kein Problem, die eine oder andere Erdbeere direkt zu essen.
Naschen erlaubt: Auf dem Erdbeerfeld ist es in der Regel kein Problem, die eine oder andere Erdbeere direkt zu essen.
© Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/ZB

Erdbeerpflücken mit der Familie: Woran man denken sollte

Für die Kinder wird es ein aufregender Tag. Manche fahren zum ersten auf ein Erdbeer-Feld und sie sehen zum ersten Mal die Pflanzen. Damit alles gut klappt, gibt Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung ein paar gute Ratschläge fürs Selberpflücken:

Planung zu Hause:

  • 1. Erdbeerfelder liegen meist verkehrsgünstig an Ortsrändern und Landstraßen. Sie lassen sich sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad gut erreichen.
  • 2. Starten Sie morgens! Das ist die beste Erntezeit, weil die Früchte noch schön fest sind. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung werden sie weich.
  • 3. Pflücken Sie lieber nicht nach langem oder heftigem Regen! Denn zu viel Nässe schadet dem Aroma und die Früchte sind häufig beschädigt.
  • 4. Nehmen Sie für jedes Familienmitglied einen Erntekorb oder ein anderes Gefäß mit. (Span-)Körben sind ideal, weil die Erdbeeren dann noch Luft bekommen und wenig einmatschen. Wer das vergisst, auch nicht so schlimm. Meist werden Körbe bei den Feldern angeboten - für etwas Geld.

Ernte auf dem Feld:

  • 5. Reißen Sie die Beeren nicht ab. Experten von „Karls Erdbeer-Hof“ raten dazu, die Erdbeeren mit Daumen und Zeigefinger anzufassen und vorsichtig abzupflücken. Wichtig dabei:
  • 6. Pflücken Sie die Erdbeeren mit dem Stiel und Kelchblättern. Das schützt die Haut der Frucht. Und Erdbeeren bleiben länger frisch und aromatisch, wenn man sie mit den Kelchblättern pflückt.
  • 7. Gehen Sie achtsam mit den Erdbeeren um. Bitte nicht Quetschen, damit keine unschönen Stellen entstehen.

Transport nach Hause:

  • 8. Waschen und putzen Sie die Beeren nicht auf dem Hof, sondern erst zu Hause. So saugen sie nicht so viel Wasser auf und verlieren ihr Aroma.
  • 9. Wählen Sie eine atmungsaktive Verpackung für den Transport. Denn die Früchte sind sehr empfindlich.

Hinweis: Kinder toben gerne herum. Auch wenn es nicht leicht ist, sie sollten nicht wild zwischen den Reihen umherlaufen, sondern auf den zugewiesenen Bereichen bleiben.

Kinder freuen sich, wenn sie beim Erdbeerenpflücken auf dem Feld einen eigenen Korb haben.
Kinder freuen sich, wenn sie beim Erdbeerenpflücken auf dem Feld einen eigenen Korb haben.
© Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/ZB

Wie vermeiden Sie Schadstoffe in selbstgepflückten Erdbeeren?

Suchen Sie die richtige Stelle aus. Das heißt: Pflücken Sie nicht direkt an einer Straße.

Denn durch Abgase, Reifenabrieb und Straßenverschleiß können giftige Stoffe auf die Felder und somit auf die dort angebauten Früchte gelangen.

Experten sehen „niederschlagsbedingte Fahrbahnabflüsse“ als problematisch an. Grund sind unter anderem die Schwermetall-Gehalte zum Beispiel von Blei und Cadmium sowie auch der Gehalt an Chlorid. Das erklärt das Bundeszentrum für Ernährung.

Wie lange halten sich Erdbeeren?

Frisch vom Feld und Verkaufsstand halten sich Erdbeeren laut BfZE am besten so:

  • Entfernen Sie die beschädigten und matschigen Früchte. Denn an diesen Erdbeeren entstehen sehr schnell Schimmel und Faulstellen, die die anderen Früchte anstecken.
  • Bewahren Sie die Erdbeeren mit Stiel und Kelchblättern
  • ungewaschen und
  • abgedeckt
  • an einem kühlen Ort oder im Gemüsefach des Kühlschranks auf. Die Erdbeeren halten sich so ein bis zwei Tage.
  • Verwenden Sie flache Behälter, denn die Früchte sind druckempfindlich.

Praktisch: Wer auch im Winter noch heimische Erdbeeren genießen möchte, kann während der Saison ernten und die Beeren etwa zwei Jahre lang tiefgefroren lagern.

Sind Erdbeeren mit Schimmel noch essbar?

Verschimmelte Erdbeeren gleich wegwerfen. Es reicht nicht, die schimmeligen Stellen abzuschneiden. Denn die Schimmelsporen verteilen leicht in der gesamten Frucht, auch wenn man das nicht sieht.

Auch die übrigen Früchte in der Schale können infiziert sein und sollten besser nicht mehr verzehrt werden. Darauf weist das BfZE hin.

Alles rund um die Erdbeersaison: Wo man im Landkreis Heidenheim Erdbeeren selber pflücken oder an Ständen kaufen kann und welche Rezepte man ausprobieren sollte.

Heidenheim

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