Heidenheim / Andreas Uitz Er war stets ein Kämpfer für Gerechtigkeit und überzeugter Kommunist. Jetzt ist der frühere DKP-Stadtrat Ulrich Huber gestorben.

Er hat sich beinahe Zeit seines Lebens als Anwalt des kleinen Mannes verstanden, wollte Sprachrohr der normalen Bürger sein und hat sich mit viel Energie und voller Leidenschaft gegen Ungleichbehandlung, für sozial Schwache, gegen Atomkraft und Aufrüstung sowie für den Weltfrieden eingesetzt. Am vergangenen Donnerstag ist der frühere DKP-Stadtrat Ulrich Huber im Alter von 81 Jahren gestorben.

31 Jahre im Gemeinderat

Im Jahr 1975 wurde der überzeugte Kommunist erstmals in den Gemeinderat gewählt und hielt diesen Sitz ohne Unterbrechung 31 Jahre lang, bis er 2007 auf eigenen Wunsch aus dem Gremium ausschied. Dass ein Stadtrat der DKP über drei Jahrzehnte immer wieder gewählt wird, war und ist bundesweit einmalig. Und Ulrich Huber nahm dieses Amt sehr ernst. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit mischte er sich ein, meldete sich zu Wort, wenn er der Ansicht war, dass Menschen ungerecht behandelt werden, dass die Verwaltung zu bürokratisch vorgeht, wenn Entscheidungen gefällt werden sollten, die er nicht für gut hielt.

Keinem Streit ausgewichen

Ulrich Huber legte beharrlich den Finger in die Wunde und ließ sich dabei das Wort nicht verbieten. Er eckte oft an – und tat das auch gerne. Die Streitigkeiten, die er mit den verschiedenen Oberbürgermeistern und anderen Stadträten öffentlich austrug, sind ungezählt. Er hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, auch wenn er damit unbequem war und aneckte.

Früher Voith-Betriebsrat

Das Fundament für Hubers mehrmalige Wiederwahl war nicht das „Kapital“ von Karl Marx, sondern das Vertrauen vieler Heidenheimer, dass der altgediente Voithianer und Betriebsrat sich der Sorgen des kleinen Mannes annimmt.

Auch nach seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Gemeinderat, bei dem ihm OB Bernhard Ilg attestiert hatte, einer der fleißigsten und bestinformierten Stadträte gewesen zu sein, hüllte sich Ulrich Huber nicht in Schweigen. Er meldete sich weiterhin in unzähligen Leserbriefen zu Wort, besuchte Gemeinderatssitzungen, war bei den Bürgern vor Ort und organisierte Proteste.

Mehrere Auszeichnungen

Für seine kommunalpolitischen Verdienste wurde Huber mit dem Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Gold ausgezeichnet, die Stadt verlieh ihm den Römischen Adler in Gold.

Neben seinem Engagement im Gemeinderat und in der örtlichen DKP war Huber auch bei den Heidenheimer Homöopathen aktiv. Seit 1971 war er drei Jahrzehnte lang deren Vorsitzender, 2001 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.