Heidenheim / Sandra Gallbronner Vor allem mit Rocksongs konnten die Bands die Stimmung bei der Musiknacht anheizen. Rund 800 Besucher feierten in neun Locations. Doch da geht noch mehr, weiß der Veranstalter und kündigt bereits neue Pläne für 2018 an.

Schon kurz nach dem Startschuss der Giengener Musiknacht um 21 Uhr am Samstagabend war es im Posthorn proppenvoll. Die Giengener Cover-Band „Blood Orange“ weiß, wie man die Leute zum Feiern animiert: Dicht an dicht drängten sich die Besucher und sangen lautstark bei Klassikern wie „Whiskey in the Jar“, „Sweet Home Alabama“ oder „Knocking on heaven's door“ mit.

Lokale häufig zu klein

Wer allerdings sehen wollte, wer den Raum mit diesen bekannten Rocksongs füllte, musste sich erst einmal bis zur Bühne vorkämpfen – und das war, auch in dieser kleinen Location, ein langer Weg. Und das bringt direkt eines der Probleme der Giengener Musiknacht zutage: die Größe der Locations. Oftmals mussten die Bands gedrängt in kleinen Nischen spielen. Im Zinngießer beispielsweise hatten es Besucher phasenweise schwer, noch Platz zu finden. Zudem haben statt 13 Locations wie im Vorjahr heuer nur noch neun mit Live-Musik aufgewartet. Bei gleichbleibender Besucherzahl – jeweils rund 800 – wurde es durchaus mal etwas eng.

Jörg Stockinger, freier Mitarbeiter im Team des Veranstalters Frank Ockert von X-Event und für Heidenheim und Giengen zuständig, hat schon Ideen, wie das Platzproblem zukünftig gelöst werden könnte: „Nächstes Jahr möchten wir gern wieder die Schranne mit einbeziehen.“ Da hierfür die Stadt Giengen grünes Licht geben muss, wird er demnächst ein Gespräch suchen.

Doch bei der Musiknacht 2016 füllte sich das Bürgerhaus kaum und wurde infolgedessen aus dem Programm gezogen. Warum künftig also doch wieder? „Wir brauchen für die Schranne einen Topact. Dafür müssen wir aber mit der Stadt zusammenarbeiten“, erklärt Stockinger. Nicht zuletzt die Gage für eine bekanntere Band ist schließlich auch höher.

Und damit steht fest: Es wird auch 2018 wieder eine Musiknacht in Giengen geben. Denn über die Veranstaltung am Samstag zeigt sich Stockinger zufrieden: „Die Stimmung war klasse in jedem Lokal.“ Und auch über die Besucherzahl von knapp 800 könne man erstmal nicht klagen: „Unsere Erwartungen wurden erfüllt. Es hat sich für uns gerechnet.“

Auch das Feedback der Wirte sei durchweg positiv, berichtet der Organisator. Im Posthorn lief die Musiknacht gleich so gut, dass im Verlauf des Abends die Getränke knapp wurden und Nachschub besorgt werden musste.

Viele verschiedene Genres

Besonders wichtig war es dem Organisator, verschiedene Genres unterzubringen und sich nicht ausschließlich auf Cover-Rock-Bands zu konzentrieren. Herausgestochen haben dabei vor allem „Mayu Fluss“ (Subway Café Bar), die mit Indio-Latino-Rock und eigenen spanischen Texten für eine ausgelassene Stimmung sorgten. „Das ist mal was ganz anderes“ – hörte man da den einen oder anderen Besucher sagen.

Eigene Kompositionen hatte auch die „Ian Key Band“ im Stadtcafé Relax im Gepäck. „Die Stücke sind auf hohem Niveau und bringen frischen Wind in die Musiknacht“, so Organisator Stockinger. Und wer genau hinhörte, erkannte tiefgründige Texte über gesellschaftliche Themen, bei denen man es sich anstelle eines Hopfengetränks lieber mit einer Tasse Kaffee gemütlich machte. Zum Tanzen wäre ohnehin kein Platz gewesen. Schließlich musste schon der Schlagzeuger der fünfköpfigen Band aus der Abstellkammer heraus spielen.

Neben anspruchsvolleren Texten gab es auch humorvolle Lieder. „Mike

&

Mari Rock Deluxe“ machten im Schranneneck vor, wie es geht. Das Duo textete den Song „Take me home, country roads“ von John Denver um und sang „I will hoim ins Schwabenland“.

Dennoch waren am Samstag überwiegend allseits beliebte Rock-Klassiker zu hören. Doch genau das kam bei den Besuchern gut an. Schließlich sind es Lieder, die die meisten durch ihre Jugend begleiteten und deren Texte wie aus dem Effeff kommen. So ist es nicht verwunderlich, dass in der Gaststätte „Zum Zinngießer“ mit der Cover-Rock-Band „Hard Kickin“ trotz Platzmangels am heftigsten getanzt wurde.

Jedoch war es nicht in jedem Lokal proppenvoll. Deswegen möchte Stockinger im kommenden Jahr wieder mehr Gastronomien mit ins Boot holen. Denn die Besucherzahl soll die 800 überschreiten, was durch eine längere Planungsphase erreicht werden soll. In diesem Jahr stand erst Ende Juni sicher fest, dass es überhaupt eine Musiknacht in Giengen geben wird.

Pläne für 2018

Deshalb möchte Stockinger schon bald anfangen, persönliche Gespräche mit den Wirten zu führen. Was läuft gut? Wo hapert es? Und was kann auch von Seiten des Veranstalters geändert werden? Die Auswertung dieser Infos soll dann zu einer erfolgreicheren Musiknacht beitragen. Denn, das betont Stockinger auch: Die Musiknacht sei zwar gut, aber nicht sehr gut gelaufen. Spielraum nach oben hat man allemale.

Für die Musiknacht 2018 hat der Organisator daher bereits einige neue Ideen: ein Feuerwerk beispielsweise oder einen Stand mit Speisen und Getränken, der die Menschen auch auf dem Weg zwischen den Lokalen versorgt.

Von den Betreibern wünscht sich Stockinger noch mehr Engagement: „Die Bands machen viel Werbung für die Musiknacht. Das vermisse ich noch ein bisschen bei den Gastronomen“, so Stockinger.