Heidenheim / hz Ein Theaterstück mit einem einzigen Schauspieler? Ist das spannend? Für „Wir lesen“ berichtet die 8a des Max-Planck-Gymnasiums von einer Probe am Theater Ulm.

Das war ein Schulausflug der etwas anderen Art: Als Patenklasse für das Jugendstück „Jihad Baby!“ wurde die 8a am Theater Ulm von der Regisseurin des Stücks, Charlotte van Kerckhoven, empfangen. Von ihrem Schulbesuch einige Wochen zuvor war van Kerckhoven den 24 Schülern bereits bekannt, gemeinsam hatte man über das Stück und dessen geplante Inszenierung gesprochen. Bei der Theaterprobe lernten die Schüler dann auch Lukas Schrenk, den Schauspieler des Ein-Mann-Stückes, den Regieassistenten Christian Stolz und den Dramaturgen Stefan Herfurth kennen und erfuhren viel Wissenswertes über deren Aufgaben bei der Entstehung einer Inszenierung.

Der Probenbesuch im „Podium“ begann mit einer 30-minütigen Darstellung der ersten fünf Szenen des Stückes. Dabei schaffte es der 27-jährige Schauspieler durch direkten Blickkontakt zu seinen Zuhörern und intensives Spiel, die Zuschauer zu fesseln. Auch die ausgewählte Musik sorgte dafür, dass die Schüler beeindruckt waren. Denn: Die Teenager hatten im Vorfeld Bedenken gehabt, dass eine One-Man-Show, die zudem mit nur wenigen Requisiten auskommt, kein Theatererlebnis bieten könnte. Doch diese verflüchtigten sich schon in den ersten Minuten.

Style-Tipps gerne angenommen

Auch das Stück überzeugte die Schüler – durch eine Mischung aus teilweise herben inneren Monologen und einem Witz, der beim jugendlichen Publikum einen Nerv trifft. Dabei, so die Meinung der Schüler, wirke es nicht „belehrend“, vielmehr könne man sich an manchen Stellen sogar in die Figur hineinversetzen. Im Stück geht es um den 16-jährigen Jungen Jona, der sich als „langweiligen“ Deutschen sieht und kein stabiles Umfeld hat, weswegen er Halt im Islam sucht. Dort hat er das Gefühl, in einer glücklichen Gemeinschaft willkommen geheißen zu werden. Dann kommt ihm das Schicksal in die Quere: Er verliebt sich.

Nach dem Probenbesuch hatte die 8a noch die Möglichkeit, das Team zu befragen, aber auch Kritik und Verbesserungsvorschläge, etwa zum Style bzw. Kostüm, zu äußern, welche dankbar angenommen wurden, weil so der Inszenierung mehr „Jugendlichkeit“ verliehen werden könne. Insgesamt waren alle Schüler sehr positiv überrascht und freuen sich schon auf die Aufführung im „Podium“.

Geschrieben von Lena George, Annina Neubert, Maria Nazarov, Jana Reuter