Heidenheim / Am Samstag endete im Naturtheater Heidenheim nun auch die Spielzeit des "Michel aus Lönneberga" und damit endgültig die Sommer-Spielzeit 2012. Und er hatte es wirklich in sich, der Supersommer: Erneut bescherte er dem Naturtheater einen Rekord: Es war das bislang erfolgreichste Kinderstück überhaupt im Naturtheater.

Nicht nur also, dass Regisseur Oliver von Fürich damit seine eigene höchst erfolgreiche Inszenierung der Streiche des Schwedenjungen aus dem Jahr 1994 überflügelte, nein, er sorgte für einen neuen Rekord: Sein„Michel“ 2012 wurde pro Aufführung im Schnitt von sage und schreibe 1066 Zuschauer gesehen.

Und, wie gesagt: Oliver von Fürichs Inszenierung ist damit das erfolgreichste Kinderstück überhaupt im Naturtheater. Bislang hatte diesen ersten Rang eine Landsmännin des Michel inne:„Pippi Langstrumpf“ im Jahr 2000 zog pro Aufführung 1046 Zuschauer auf den Schlossberg, eine stolze Zahl, die nun vom Michel gar getoppt wurde.„Das macht schon glücklich“, so Oliver von Fürich über den Erfolg seiner 23. Inszenierung im Naturtheater,„und natürlich auch ein bisschen stolz.“

Aber auch das Erwachsenenstück von Bettina Ostermayer und Markus Hirschberger kann hervorragende Zahlen aufweisen: 983 Zuschauer kehrten durchschnittlich pro Aufführung im„Wirtshaus im Spessart“ ein und ließen sich von den heiteren Abenteuern um Räuberhauptmann, Komtesse und Marketenderin unterhalten.

Damit lässt sich mit Fug und Recht von einer der erfolgreichsten Spielzeiten überhaupt sprechen. Mit insgesamt 47 375 Zuschauern in dieser Saison wurde nur knapp die bisherige Bestmarke verfehlt, die die Saison 2001 mit„Sister Act“ und„Pünktchen und Anton“– Letzteres imÜbrigen auch von Oliver von Fürich inszeniert– mit 47 463 Zuschauern vorlegte.

„Wir freuen uns sehrüber diesen enormen Zuschauerandrang“, so Helga Banz, die Vorsitzende des Naturtheaters,„das zeigt uns, dass das Publikum unsere Stückauswahl zu schätzen weiß. Der Zuspruch tut uns gut“, sagt sie und fügt mit einem Lachen hinzu,„und das Geld auch“.

Denn schließlich stehen einige Investitionen im Bühnenbau und in der Technik an, die neben dem üblichen Spielbetrieb bewältigt werden müssen. Dazu tragen die Einnahmen aus dem Kartenverkauf ebenso bei wie die Unterstützung durch Sponsoren. So zuletzt durch Stefan Doraszelski, dessen Stiftung dem Theatererneut mit einem runden Sümmchen unter die Arme griff. Auch er sieht sich immer wieder gerne die Inszenierungen an und freut sich schon auf die nächste Spielzeit, wenn„Kohlhiesels Töchter“ und„Robin Hood“ auf dem Programm stehen.„Damit hoffen wir, erneut den Publikumsgeschmack zu treffen“, so Helga Banz.

Am Start für 2013 stehen nicht nur zugkräftige Titel, sondern auch Erfolgsregisseure:„Robin Hood“ wird inszeniert werden von den„Wirtshaus“-Machern Bettina Ostermayer und Markus Hirschberger, die bereits mit„Biene Maja“ und„Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ große und kleine Zuschauer bezauberten. Und für„Kohlhiesels Töchter“ ist Klaus Gröner zuständig, der mit seiner Inszenierung im vergangenen Sommer dafür sorgte, dass viele Zuschauer von Herzen einstimmen in den Satz„Ich denke oft an Piroschka“.

Für„Kohlhiesels Töchter“ hat er Besonderes vor: Er wird die Komödie um die zwei ungleichen Gastwirtstöchter, die unter die Haube kommen sollen, als Singspiel auf die Bühne bringen– so hat das bekannte Stück also ganz sicher noch niemand gesehen.