Bei seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat geschlossen dafür, die Kofinanzierung des Mehrgenerationenhauses in Heidenheim beizubehalten. Außerdem votierten die Ratsmitglieder für einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 5000 Euro pro Jahr.

Vor drei Jahren eröffnete der gemeinnützige Verein „Arbeitskreis Haus der Gesundheit“ das integrative Haus der Gesundheit in der August-Lösch-Straße. Gleichzeitig wurde das Mehrgenerationenhaus in Betrieb genommen. Entstanden ist ein landesweit einmaliges Modellprojekt, in dem Ärzte, Therapeuten, das Mehrgenerationenhaus, eine Kleinkindgruppe des Waldorfkindergartens sowie Kunst- und Kulturschaffende Hand in Hand zusammenarbeiten. Alle im Haus eingemieteten Beteiligten engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen des Mehrgenerationenhauses.

Förderzeitraum 2020 abgelaufen

Möglich wurde dies damals durch eine Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. So kamen der Einrichtung durch das Ministerium jährlich 30 000 Euro zugute. Voraussetzung dieser Förderung war jedoch die Kofinanzierung durch die Stadtverwaltung in Höhe von 10 000 Euro jährlich.

2020 endete die vierjährige Förderperiode des Ministeriums, welches aber aufgrund der Erfolge in ganz Deutschland an dem Programm festhält. „Wir sind sehr froh, dass das Ministerium das Programm fortsetzt und den Förderbetrag auf 40 000 Euro erhöht hat“, sagte Matthias Heisler, Leiter des Fachbereichs Familie, Bildung und Sport im Rathaus. Der Kofinanzierungsbetrag durch die Kommune bleibt weiter bei 10 000 Euro.

Heisler lobte die bisherige Zusammenarbeit des Vereins mit der Stadtverwaltung: „Mit dem integrativen Haus der Gesundheit, dem Kulturverein Halbe Treppe sowie der gesamten Quartiersarbeit leistet der Verein Modellarbeit im besten Sinne.“

Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen

Die Stadt arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit dem Mehrgenerationenhaus zusammen. So zum Beispiel bei Alphabetisierungskursen gemeinsam mit der Volkshochschule und beim Projekt Urban Gardening.

Um die Einrichtung zusätzlich zu stärken, bewilligte der Rat auch eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 5000 Euro jährlich. Der Verein hatte um diese Hilfe gebeten, um die bereits eingestellte 450-Euro-Kraft in der Verwaltung langfristig behalten zu können.

„Unser Haus besitzt die Keimkraft für viele gute Vorhaben“, sagte Carmen Eppel, Ärztin für Frauenheilkunde im integrativen Gesundheitshaus. „Wir haben festgestellt, dass sich unser Ehrenamtsimpuls in den letzten Jahren exponentiell ausgeweitet hat, vor allem im Bereich Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit.“

In der Diskussion wies Oberbürgermeister Ilg darauf hin, dass die Kommune zwar gefordert sei, weil es der Staat so verlange. Allerdings unterstütze die Verwaltung die Vorhaben des Mehrgenerationenhauses grundsätzlich gerne. Weiter lobte Ilg die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer: „Da muss die Gesellschaft auch mitwirken.“

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?


Mehrgenerationenhäuser sind Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein nachbarschaftliches Miteinander in der Kommune. Mehrgenerationenhäuser stehen allen Menschen offen – unabhängig von Alter oder Herkunft. Der generationenübergreifende Ansatz gibt den Häusern ihren Namen und ist Alleinstellungsmerkmal: Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. Mehrgenerationenhäuser gibt es nahezu überall in Deutschland. Bundesweit nehmen rund 540 Häuser am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus teil.