Heidenheim / HZ An weiße Weihnachten ist in Mexiko nicht zu denken. Dort lebt und arbeitet seit einiger Zeit der Heidenheimer Maximilian Gauland.

Liebe Heidenheimer, Feliz Navidad aus dem Land der Kakteen, Tequilas und Cafés. Mein Name ist Maximilian Gauland, geboren und aufgewachsen bin ich in Heidenheim. Meine schulische Laufbahn ging über die Bergschule, das Abitur am Werkgymnasium und schließlich das Studium an der DHBW.

Nach all den Jahren in Heidenheim, ging es über Stationen in China, Wales und den USA, zunächst nach Tampico im Norden Mexikos. In dieser Zeit verbrachte ich das erste Mal Weihnachten weit weg von der Heimat: im Süden Texas. Ein Weihnachtsfest am 25. Dezember mit Truthahn, Palmen, kurzer Hose und dem allgegenwertigem weihnachtlichem Kitsch der USA. Aus beruflichen Gründen ging es für mich dann weg vom Strand, ins Zentrum Mexikos nach Querétaro.

Nach einem knapp zweijährigen Aufenthalt in Deutschland, bin ich nun seit diesem Jahr wieder in Mexiko und habe mich mit einem eigenen Unternehmen selbständig gemacht. Ich lebe und arbeite nun wieder in Santiago de Querétaro. Wie vermutlich für den Großteil der Heidenheimer, war mir diese Stadt vorher nicht sonderlich bekannt. Ich wusste nur, dass Ronaldinho seine Karriere hier ausklingen ließ.

Nach wenigen Wochen die Stadt ins Herz geschlossen

Bereits nach wenigen Wochen konnte ich seinen Schritt nachvollziehen und hatte die Stadt ins Herz geschlossen. Die 1,2 Millionen Einwohnerstadt Santiago de Querétaro liegt auf knapp 2000 Metern Höhe, beheimatet mehrere UNESCO-Weltkulturerbe und ist nur zwei Stunden von der 22,5-Millionen-Metropole Mexiko Stadt entfernt. Speziell das Zentrum lädt mit seinem Kolonialstil zum Verweilen ein. In der Umgebung befinden sich mehrere Cluster der Automobil und Luftfahrtindustrie, und dementsprechend sind hier auch mehrere deutsche, vorrangig mittelständische Unternehmen vertreten.

Die deutsche Community trifft sich zum Fußballschauen oder auch zum traditionellen Oktoberfest. Auch über die Arbeit bin ich in regelmäßigem Kontakt zu meinen Landsleuten. Hier in Mexiko ist ständig etwas geboten und so haben wir im Rahmen meiner Arbeit den damaligen Präsidenten Mexikos, Enrique Peña Nieto, getroffen.

Mit der Weihnachtsstimmung ist es hier natürlich schwieriger als in Deutschland. Auch im Winter haben wir hier über 25 Grad und an weiße Weihnachten ist gar nicht zu denken. Auch wenn hier alle Häuser festlich geschmückt sind, so ist es doch meist weihnachtlicher Kitsch aus den USA.

Weihnachtsbaum in der Plastikvariante

Insgesamt geben sich die Mexikaner große Mühe in winterliche Weihnachtsstimmung zu kommen. Bereits seit Wochen laufen im Radio und in Einkaufszentren englische und spanische Weihnachtslieder. Der Großteil der Mexikaner kann sich keinen echten Weihnachtsbaum leisten, zudem wächst er auch nicht überall hier in Mexiko und greift daher auf die Plastikvariante zurück. Die Kreativität sind hier jedoch keinerlei Grenzen gesetzt: So manche Palme oder auch ein Kaktus werden weihnachtlich mit Kugeln und Lametta geschmückt. Da es abends doch recht kalt wird, kommen deutsche Traditionen wie Glühwein, Plätzchen und Lebkuchen sehr gut an.

Auch dieses Jahr werde ich Weihnachten leider nicht in Heidenheim feiern können. Neben der weihnachtlichen Stimmung werde ich natürlich das „Warten aufs Christkind“ am 23. Dezember sehr vermissen. Ich schicke daher herzliche Grüße in die Heimat. Außerdem möchte ich auf diesem Wege alle Christbäume im Freundes- und Bekanntenkreises loben! Salud hasta luego!