Demonstrationen, Schweigemärsche oder auch Mahnwachen: In ganz Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern, versammelten sich am Wochenende Menschen, um gegen den russischen Angriff auf die Ukraine zu protestieren und Zeichen für den Frieden zu setzen.

Die Bilder und Nachrichten, die seit mehr als zehn Tagen aus der Ukraine zu sehen und zu lesen sind, haben auch die Menschen in Heidenheim und drum herum schockiert, verstört und fassungslos gemacht. Das kam bei der Mahnwache, dei von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen wurde, zum Ausdruck, zu der am Sonntagabend eine große Zahl an Bürgerinnen und Bürgern auf den Rathausplatz gekommen war, um ein durchaus bewegendes Zeichen der Solidarität zu setzen. Ihre Verbundenheit mit der Ukraine und den Wunsch nach Frieden unterstrichen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Botschaften auf Plakaten, aber auch mit Applaus für die Wortbeiträge.

Es waren Worte des Protests, der Hoffnung auf baldige Besserung, der Verbundenheit. Es waren aber auch Worte, die nachdenklich und traurig machten.

Menschen aus der Ukraine brauchen Hilfe im Landkreis Heidenheim

„Jeden Abend schreibe ich meinem Mann und frage ihn, ob er noch lebt“, berichtete Marina, die mit ihren Kindern aus Kiew flüchten konnte und ihren kämpfenden Mann zurückließ. „Er ist mein Held“, so die Frau, die Putin als „Terroristen“ bezeichnete, der ihr, ihrer Familie und dem ukrainischen Volk ein Leben in Frieden genommen habe.

Die Flucht vor dem Horror des Krieges, vor den Bomben und vor Leid wird Menschen in die Region bringen, die auf Hilfe angewiesen sein werden. Heidenheims Oberbürgermeister Michael Salomo und Landrat Peter Polta versicherten unisono, man werde alles unternehmen, um den Ukrainerinnen und Ukrainern, die ihre Heimat verlassen müssen, rasch Unterstützung zukommen zu lassen. Gefragt sei ein Schulterschluss, den es auf politischer Ebene im Landkreis geben werde.

Deutliche Worte in Richtung Aggressor fand in seiner Ansprache der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch: „Putin, beenden Sie diesen Krieg sofort. Es gibt keinerlei Rechtfertigung dafür.“ Es gelte nun zu zeigen, dass man für die Ukrainerinnen und Ukrainer da ist: „Spenden Sie. Helfen Sie. Bieten Sie Unterkünfte an“, so Stochs Aufforderung an die Menschen auf dem Rathausplatz. Der Politiker forderte gleichzeitig, Hass auf Putin nicht mit Hass auf Menschen aus Russland, die hier leben, zu vergelten.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Grath, der sich von der Resonanz auf den Aufruf zur Mahnwache „überwältigt“ zeigte, hatte eine andere Botschaft an den Machthaber im Kreml: „Wir müssen Krieg führen gegen Armut und Hunger, wir müssen für Bildung sorgen, aber nicht Menschen den Tod durch einen Angriff bringen.“

Angst vor dem, was der Krieg gegen die Ukraine noch bringen wird

Was wird noch kommen? Diese Frage stellte abschließend die Pfarrerin der evangelischen Zinsendorfgemeinde, Eva-Maria Busch. Sie bekannte, dass sie Angst habe. Dennoch dürfe man „nicht stehen bleiben“ und müsse sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine zeigen.

Solidarität, die sich vor dem Rathaus auch musikalisch verbreitete: Durch das Spielen der ukrainischen Nationalhymne durch Andreas Antoniuk und das gemeinsame Singen von „Give peace a chance“, von John Lennon.

Hier alles lesen rund um den Angriff auf die Ukraine mit Bezug zum Landkreis Heidenheim.

Helfende Hände weiter wichtig


Die Ukrainehilfe Heidenheim bittet weiter um Unterstützung. Benötigt werden Helfer bei der Spendenannahme, beim Packen, beim Sortieren, beim Beladen der Transporter, aber auch Fahrer zur polinisch ukrainischen Grenze.

Gesammelt werden Sachspenden – vor allem Medikamente, Verbandsmaterial, Konservendosen, Powerbanks, Babynahrung und Windeln. Auch Geldspenden für den Transport sind nötig.

Kontakt mit der Ukrainehilfe aufnzunehmen ist per Mail (Ukrainehilfe-hdh@web.de) oder per Whattsapp (0157.50781873 bzw. 0157.37158162) möglich. Eine Homepage (heidenheim-fuer-ukraine.de) ist noch in der Erstellung.