Heidenheim / hz Leserbrief zur Weitergabe von Personaldaten durch den Klinikchef an Externe („Gab es im Klinikum eine Datenpanne?, HZ vom 8. Januar)

Für mich hat das Thema einen weiteren Aspekt, der in der bisherigen Berichterstattung noch keinen Niederschlag fand. Ein Klinikchef wie Herr Lavendel aus der Beratungsbranche mit Zeitvertrag wird meiner Einschätzung nach Datenschutz eher als lästiges Thema ansehen, das seinen strategischen Überlegungen im Wege steht. Aber Herr Lavendel hat die Personaldaten mit Sicherheit nicht persönlich aus dem Datenbestand der Personalverwaltung abgegriffen. Warum hat da niemand von der Personalverwaltung kritisch nachgefragt, bevor Daten herausgegeben werden? So eine kritische Nachfrage muss auch erfolgen, wenn der oberste Chef anklopft und etwas fordert. Die Personalverwaltung hat doch sicherlich auch eine Leitung, die genügend Rückgrat haben müsste und dem Chef beibringen kann, was geht und was gegen Gesetze verstößt.

Da ist in der Organisation auch noch ein Datenschutzbeauftragter, der bei datenschutzrechtlichen Themen zu Rate gezogen werden müsste. Das setzt aber voraus, dass man die Organisation so ertüchtigt, dass diese Stelle bei entsprechenden Themen mit eingebunden wird.

Die „Datensparsamkeit“, ein weiterer Grundsatz des betrieblichen Datenschutzes, ist ebenfalls außer Acht geblieben. Wenn ein Auszug aus dem Personaldatenbestand erstellt wird, um diesen extern weiterzugeben, dann muss doch geprüft werden, welche Datenfelder da auf keinen Fall enthalten sein dürfen.

Ich gehe davon aus, dass auch im Klinikbereich ordentlich Geld in die Hand genommen wurde, um die Mitarbeiter für Datenschutzthemen zu ertüchtigen. Hier sollte man mal kritisch prüfen, was da im Leitungsbereich und in der Personalverwaltung angekommen ist.

Ich hoffe, dass der Aufsichtsrat nachfasst, welche Lehren aus dem Thema gezogen werden müssen. Da muss man nicht noch monatelang warten, bis eine Stellungnahme des Landesdatenschutzbeauftragten vorliegt. Die Mängel in der Organisation können auch schon vorher abgearbeitet werden.
Hans Mack, Giengen