Heidenheim / hz Leserbrief zum Abriss in der Oststadt („Abbruch auf dem Schlachthof-Areal in der Oststadt hat begonnen“, HZ vom 5. Juli)

Oh Heidenheim, du schöne Stadt . . . was ist aus dir geworden? Man beraubt dich deiner Geschichte. Alles, was dich bis in die 1980er-Jahre hinein liebenswert und lebenswert gemacht hat, ist mittlerweile Geschichte. Viele historische Gebäude wurden abgerissen und in vermeintlich profitable Objekte umgewandelt. Dabei wurde auch vor dem Denkmalschutz nicht haltgemacht.

Die Liste dieser zum Teil mittlerweile vergessenen historisch wertvollen und stadtbildprägenden Gebäude ist lang. Mir sind noch in Erinnerung die Voelter-Villa, die WCM, Betten-Schmied, das Ploucquetareal, das Goldene Rad, nicht zu vergessen das Scharfe Eck am Eugen-Jaeckle-Platz.

Und jetzt auch noch das Schlachthofareal, das einen anerkannt stadtteilprägenden Charakter hat. In anderen Städten wie Aalen, Schwäbisch Gmünd, Günzburg, Dillingen, um nur die nähere Umgebung zu nennen, werden solche Objekte entkernt, modernisiert und einer neuen Nutzung zugeführt. Nur nicht in Heidenheim. Trotz vieler Versuche von engagierten Bürgern, die sich mit Vorschlägen einbringen, lassen die Stadtväter sich von ihrem Erneuerungswahn nicht abbringen.

Auch aus der Sicht der Nachhaltigkeit sprechen viele Argumente für den Erhalt historischer Bauwerke. Viele stehen schon seit Hunderten von Jahren. Welche Lebensdauer hat ein neues Haus? 50 oder 60 Jahre?

Heiner Niederberger, Herbrechtingen