Heidenheim / hz Leserbrief zu den gefällten Platanen an der Olgastraße

Für eine neue Abbiegespur und einen neuen Radweg hauen sie eine ganze Baumreihe weg mit teils recht stattliche Exemplaren. Dafür stellen sie dann neue Bäumchen auf, die gleichen dürren Stecken, die wir überall in der Innenstadt sehen, wie auf dem öden Rathausplatz und in den gähnend leeren Schluchten bei der Stadtbibliothek.

Die Wirkung der Sonnenhitze in einer schlecht beschatteten Innenstadt, wie wir sie in der Vergangenheit hatten und sicherlich schon in wenigen Monaten wieder genießen dürfen, müsste jedem, der anstatt Beton noch Sinn für lebendige Natur im Kopf hat, Respekt vor der schützenden und kühlenden Wirkung jeder einzelnen der großen belaubten Baumkrone abverlangen. Aber Sie sind ja bereits dabei, Fakten zu schaffen.

Eine meiner Ansicht nach bereits vorhandene Abbiegespur und ein neu geplanter Radweg sind Argument genug für einen Kahlschlag. Damit die Asphaltwüste daneben noch breiter und trostloser daherkommt. Wie armselig und phantasielos sind Planungen zu nennen, die alternativlos erstmal alles kaputt machen.

Wir Radler brauchen keine Radautobahnen. Es muss doch möglich sein, unseren Radweg einfach ohne Kahlschlag hinter die Baumreihe zu führen. Uns wenigstens eine kurze Fahrstrecke vom Autoverkehr getrennt radeln zu lassen, im Sommer unterm Blätterdach. Ab der nächsten Kreuzung bei der HZ sind wir eh wieder dicht neben dem täglichen Verkehrskollaps. Neben der Apotheke verstellt der Kurierfahrer den Radweg und drei Häuser weiter steht der Dönermann mit seinem Lieferwagen auf unserer Spur.

Ich bin als Handwerker relativ viel mit dem Rad in der Stadt unterwegs. Ich komme bisher noch überall hin wo ich will und brauche solche Radwege nicht, die einen derartigen Preis fordern.

Wolfgang Seybold, Steinheim-Sontheim