Schnaitheim / hz Leserbrief zum Beitrag „Trauer um den Ex-Gletscher“ vom 20. August.

Die PR-Kampagne zur Verfestigung der „Klimapolitik“ ist genauso einfallsreich wie eigenwillig. Da vernebeln Berichte über die Segeltour der Gallionsfigur eines großen Klimatamtam-Kartells aus Organisationen und Parteien, dass eben deren „Aktivisten“ und Sympathisanten als CO2-mehrende Vielflieger entlarvt wurden und auch zu Land keineswegs mit der Postkutsche in Urlaub hoppeln. Nicht genug dieser Widersprüchlichkeit werden anhand Island jetzt wieder mal Gletscherschmelze und Meeranstieg gleich auch als Beweis propagiert, die seit vorindustriell Kleiner Eiszeit angestiegene Jahresmitteltemperatur sei schlicht abgasbedingt. Dem gegenüber stimmen in rein wissenschaftlichen Abhandlungen auch IPCC und PIK der Überzeugung politikfrei seriöser Fachleute zu, dass Klimawandel nicht monokausal ist, sondern von einer kaum entwirrbaren Wechselwirkung vieler Einflussgrößen bewirkt. Angesichts der verlangten Belastung der Bevölkerung mit Klimaschutzabgaben und Verboten sowie mit Blick auf so gefährdete Arbeitsplätze und die Waldabholzung für geflügelte Vogelschredder erscheint es zwielichtig, zu verschweigen, dass es schon zum Ende der letzten europäischen Eiszeit vor elf jahrtausenden wärmer als heute wurde und seit damals Gletscher schmelzen und das Meer steigt. Soweit tektonische Vorgänge letzteres nicht nur vorspiegeln. Bis zur damaligen Lufterwärmung von fas zehn Graden bedeckte kilometerhohes Eis das gesamte Island und das umliegende Meer, insgesamt etwa 170.000 Kubikkilometer. Der 95prozentige Verlust dieser Eisdecke lief weitgehend lang vor der Kraftwerks- und Autozeit ab. Das gilt für unsere Gegend entsprechend. Vor genanntem Temperatursprung erreichten 8000 Kubikkilometer alpine Eispanzer fast die Donau und unsere Gegend war auf ständig gefrorenem Untergrund Tundra. Schon seitdem schmelzen Alpengletscher bis auf heute 1800 Kubikkilometer. Dieser von vielen Wechseln des Erdklimas war nicht etwa zur fernen Epoche der Dinos, sondern in einer Zeit, als im dann zunehmend bewohnbaren Mitteleuropa flächig Leute lebten, die man anhand von Flussnamen nocht heute bestehenden Kulturen zuordnen kann.

Hans G. Lindenmeyer, Schnaitheim