Herrn Trittner sei zuerst einmal gedankt für seinen Beitrag vom Samstag, wo er den Blick auf das Thema „Müllbewusstsein“ lenkt.

Gern schließe ich mich dem Dank an die Menschen an, die allein oder in Gruppen, freiwillig oder beruflich viel von dem Müll einsammeln, den andere fallen lassen. Auch den Jugendlichen sei gedankt, die auf diese Weise ihre Sozialstunden ableisten.

Wenn ich an einem vermüllten Straßenrand vorbeikomme, ärgere ich mich. Damit ich mich beim Rückweg nicht wieder ärgern muss, habe ich meist eine Tüte dabei und hebe einiges auf, sozusagen als Selbstschutz. Darum bin ich mit dem kollektiven Schuldbekenntnis „Wir alle tragen zur Vermüllung bei“ nicht einverstanden.

Wahrscheinlich wollte Günter Trittner nicht mit moralischem Zeigefinger auf Verursacher zeigen. deshalb sprach er von „Wir“. Aber das verallgemeinernde „Wir“ hilft an dieser Stelle nicht weiter.

Nein, nicht alle lassen ihre Kippen, Kaugummis, Flaschen und anderen Müll fallen, wo sie sitzen oder stehen. Die allermeisten tun es nicht, ärgern sich aber über die, die es tun. Besonders schlimm finde ich, dass der von uns allen so sehr geliebte Schlossberg zu manchen Zeiten katastrophal aussieht.

Ich habe mich schon geschämt, mit Besuch vom Eugen-Jaekle-Platz zum Schloss hoch zu laufen. Schon auf den ersten Metern sah es schlimm aus.

Wieso haben es einige Städte geschafft, dass es bei ihnen sauberer wurde? Nur damit, dass der Strafkatalog, den es ja gibt, konsequent angewandt wurde. Zuerst wurden Schilder aufgestellt, auf denen die Strafen für weggeworfenen Müll aufgelistet waren. Von einer Stadt ist mir sogar bekannt, das dort vier Angestellte mit Kompetenzen und einem Segway ausgestattet wurden. Sie fuhren mit offenen Augen und keinem „zugedrückten“ herum, insbesondere zu solchen Zeiten, in denen wirklich Menschen unterwegs sind. Ihre Gehälter waren schnell bezahlt.

Und bei wem mal kassiert wurde, der merkt es sich. Da bin ich mir sicher. Wenn sich so viele Menschen über einige wenige ärgern und unsere wunderbare Landschaft leidet, finde ich ein solches Vorgehen keineswegs zu scharf. Wenn es Menschen gibt, die auf eine sehr schön angelegte Treppe vor einer Arztpraxis ihren Kaugummi ausspucken, dann geht es nur mit Schärfe und über den Geldbeutel.

Und wer kein Geld hat, der soll einfach mal Stufe für Stufe die Kaugummis von der Treppe abkratzen. Heidenheim ist zu schön, als dass es vermüllt werden dürfte.

Lydia Hettler, Heidenheim