Heidenheim / HZ Leserbrief zum Bericht über den „Kirschenkrieg“ in Heidenheim vor 100 Jahren. (HZ vom 20. Juni)

In dem Artikel berichtet der Autor richtigerweise, dass Gottlob Wiedmann in jenen Tagen der bereits ins Amt gesetzte Führer der Einwohnerwehr war. Demgegenüber vermittelt die Bildunterschrift den falschen Eindruck, die Führung wäre ihm aus Anlass, also während des Kirschenkriegs, übertragen worden. Der oberflächliche Leser könnte daraus ableiten, dass mein Großvater sich zur Unterdrückung des „Aufstands“ zur Verfügung gestellt hätte.

Einer solchen möglichen Fehldeutung möchte ich mit dieser Zuschrift entgegentreten. Zu dem Artikel möchte ich noch nachtragen: 1920 waren Gottlob Wiedmann und Ludwig Kentner Kontrahenten. 1933 waren beide, der Sozialdemokrat und der Kommunist, im Visier der Nationalsozialisten. Beide wurden in „Schutzhaft“ genommen und kamen nach Wochen bzw. nach einem Jahr wieder frei. Allerdings wurde Kentner weiterhin drangsaliert und am 1. September 1939 erneut verhaftet. Er ist am 24. oder 25. Februar 1944 im Konzentrationslager Buchenwald umgekommen (Quelle: „Heidenheim zwischen Hakenkreuz und Heidenkopf“, Verlag Kopp, Heidenheim 1983; Seite 95).

Walter Wiedman, Ostfildern