Die Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit ist ein Grundsatz, der in Krankenhäusern eingehalten werden muss. Das ist also nichts Neues. Es wäre nicht gut, wenn der bisherige Geschäftsführer sich nicht daran gehalten hätte. Hat er das? Unter eigener Führung konnte der Geschäftshaushalt vor wenigen Jahren und im letzten Jahrhundert mit schwarzen Zahlen abgeschlossen werden.  Für das Jahr 2015 musste das Klinikum einen Verlust von 2,98 Millionen Euro ausweisen. Das hängt inzwischen auch mit der Baufinanzierung zusammen. Wobei für mich sichtbar wurde, dass  die bauliche Gesamtplanung zu weit vom Zugriff des Trägers und des zuständigen Organes entfernt ist. Fragte ich einige Kreisräte nach einem Masterplan für das Klinikum, so kannten sie keinen.

Das kann auch gar nicht sein. Es wurde 2009 eine ZNA (Zentrale Notaufnahme) ganz im Westen angehängt, also dezentral. Die vielen fußläufigen oder geschobenen Patienten müssen aber weit laufen, um diese sogenannte ZNA zu erreichen.

Weiter ist für mich unverständlich, dass der 50-jährige dreistöckige Altbau, das Bettenhaus A, von der Behörde schon Jahre weggesprochen, immer noch steht. Er darf nicht benutzt werden und verschlingt Energie!

Südlich davor duckt sich der einstöckige junge, 20-jährige, voll funktionsfähig Bau der Strahlentherapie. Er wird abgerissen. Derzeit soll vor dem Klinikum ein Ersatzbau mit einem Aufwand von ca. 14 Millionen Euro entstehen. Bei besserer Planung ist das ein unnötiger Aufwand. Der Schuldendienst belastet zudem das Budget der Klinik. Warum greift da die Beraterfirma nicht ein oder ist sie es gar, die solchen Wirrwarr plant?

Diese Fremdvergabe der Klinikleitung erfolgte 2016, beginnend im Jahr 2017. Das war nach meiner Meinung eine Fehlentscheidung. Dies zeigt sich immer stärker.

Wieso soll ein Geschäftsführer, der von einer Firma entsandt wird, mehr können, als einer der aus eigenen Reihen kommt? Die Eingriffe durch weitere Mitarbeiter der „Beraterfirma“ in den Tagesbetrieb der Klinik belasten die Mitarbeiter und verunsichern diese. Nun kommt ein weiterer Schock dazu. Geschäftsführer Dr. Pfrommer will die Sach- und Personalkosten reduzieren. Die Pflege sei dabei ausgenommen, ließ er wissen. Ist das nicht etwas scheinheilig, da der Pflegebereich bereits aus dem normalen Stellenplan ausgegliedert und damit geschützt ist?

Mir kann nicht gefallen, wenn ein Geschäftsführer sich von einem seiner Probleme abwendet mit der Bemerkung: „Woran das liegt, darüber diskutieren die Fachleute.“ 2019 seien die Patientenzahlen noch leicht nach oben gegangen, die Erlöse aus der Behandlung jedoch nicht. Ist der hochgelobte Geschäftsführer, nicht dazu da, unter Mithilfe der Mitarbeiter des Hauses dem nachzugehen? Da aber liegt ein weiteres Problem. Kennt der fremde Geschäftsführer überhaupt diese Menschen, welche das Klinikum am Laufen erhalten – nein, er hat keinen nennenswerten Kontakt zu  ihnen!

Die ganzen Jahre unter fremder Führung haben viele Millionen an Verlusten gebracht. Ende 2022 läuft der Vertrag mit der Oberender AG aus. Das versprochene Ziel wird nicht erreicht. Das ist doch ein Grund zur fristlosen Kündigung!

Gerhard Schlumpberger, Gerstetten