Heidenheim / hz Leserbrief zur dpa-Meldung über die Meinung des Mineralölwirtschaftsverbands „E-Autos retten das Klima nicht“.

E-Autos retten das Klima nicht – diese Aussage ist so stimmig wie banal und dumm. Keine Einzelmaßnahme in den Bereichen Heizung, Stromerzeugung oder Verkehr rettet allein das Klima! Aber manche Bausteine helfen, die Erderwärmung in Grenzen zu halten, andere befeuern sie. Und Elektroautos leisten ihren Beitrag, die durch den Verkehrssektor verursachten CO2-Emissionen zu vermindern.

Verbrennerautos tun das nicht! Und dass 2030 trotz zehn Millionen E-Autos im Verkehrssektor noch eine „CO2-Lücke von 19 Mio. Tonnen“ zu schließen ist, liegt nicht an den E-Autos, sondern daran, dass es zu wenig davon gibt, weil den Szenarien zufolge da immer noch gleichzeitig 45 Mio. Pkw mit Verbrennungsmotor herumfahren, weil eben nicht schnell genug umgesteuert wird.

Und diese „Lücke“ nun dem E-Auto anzulasten, wie es der von der HZ bzw. Südwestpresse abgedruckte dpa-Bericht tut, ist böswillig. Die Presse führt damit die jahrelange negative Berichterstattung fort, die mit Überschriften wie „Nur lokal sauber“ , „Leiden für das Elektroauto“ oder eben hier „E-Autos retten das Klima nicht“ mit Bildunterschrift „Kein Allheilmittel“ Stimmung gegen die Elektromobilität macht.

Die Medien sind auf diese Weise mitverantwortlich für das unberechtigt negative Image, das diese Autos noch in großen Teilen der Bevölkerung haben, und dass die Energiewende im Land viel zu schleppend vorankommt.

Dem Mineralölwirtschaftsverband, der die dpa-Meldung lancierte und auf die „Lücke“ hinwies, haben die Journalisten mit der unreflektierten Veröffentlichung und der reißerischen Anti-E-Auto-Überschrift einen nützlichen Gefallen getan.

Wolfgang Eber, Heidenheim