Heidenheim / hz Leserbrief zur Verabschiedung des Karikaturisten Horst Haitzinger in den Ruhestand.

Ja, – es muss ihm nichts mehr zum aktuellen politischen Geschehen einfallen. Nach fünfzig Jahren kann er es sich ganz entspannt am Frühstückstisch gemütlich machen.

Aber natürlich steht zwischen Kaffeekanne und Brötchenkorb ein Radio, und offensichtlich sind es nicht musikalische Töne, sondern Nachrichten, die an sein Ohr dringen. Auch wenn Horst Haitzinger seinen Beruf „an den Nagel gehängt“ hat, wie uns der Beutel mit Tintenfass, Stift und Federhalter zeigt, wird er vermutlich weiterhin ein politisch interessierter Mensch bleiben.

Und wenn der Beutel an der Wand doch nur eine Redensart darstellt, die ihm gerade durch den Kopf ging? Können wir doch noch hin und wieder mit einer Karikatur rechnen? Immerhin ist der Beutel mit dem erforderlichen Werkzeug nicht im Müll gelandet.

Lieber Herr Haitzinger, natürlich haben Sie ein Recht, sich aus dem Tagesgeschäft zurück zu ziehen. Aber Ihre Zeitungskunden werden Ihre Zeichnungen, Ihr „intensives, analytisches Interesse an Politik“ sehr, sehr vermissen.

Gisela Paschen, Heidenheim