Heidenheim / hz Zur Corona-Krise und den Missständen in Pflegeberufen.

Seit nunmehr 25 Jahren arbeite ich im Pflegeberuf und dies immer noch mit Herz und Leidenschaft und auch sehr gerne. Auch zu Corona-Zeiten gehe ich jeden Tag gerne zu Arbeit, mit der Gefahr der eigenen Ansteckung und den täglichen Neuerungen, welche einen erwarten.

Wenn ich dann am Abend Nachrichten schaue und erfahre, dass unserer Kanzlerin, welche ja bislang nur „Kontaktperson“ war, innerhalb von vier Tagen bereits zwei Abstriche auf das Covid-Virus erhalten hat und bereits beide Ergebnisse vorliegen, wird mir fast übel und sehr viel Unverständnis macht sich breit. Könnte sie doch ihre Arbeit wunderbar von zu Hause erledigen und ein Abstrich würde reichen wenn Symptome auftreten.

Im Gegneteil, dazu müssen Mitarbeiter welche „systemrelevant“ sind, ca. eine Woche auf ihr Testergebniss warten und werden durch Mitarbeiter ersetzt.

Wie kann denn so etwas sein?

Die nächsten Wochen werden wir alle dringend gebraucht, Hut ab vor den Kolleginnen und Kollegen, welche Stunden in Schutzkleidung verbringen (das ist Knochenarbeit), und danke an die Mitarbeitern der Supermärkte, welche den täglichen Kampf ums WC-Papier ertragen müssen. Ein Aufruf an alle, die nicht wirklich schwer krank sind: Bleibt zu Hause, kuriert Euch aus und lasst uns Mitarbeitern genügend Desinfektionsmittel und Mundschutz, denn wir brauchen es wirklich.

Silke Wenzel, Heidenheim