Eine vergleichbare Entspanntheit wie diejenige von Frau Paschen traf ich bei der Bürgermeisterin einer italienischen Kleinstadt an. Auf meine Frage, warum sie denn als »il sindaco« und nicht als »la sindaca« bezeichnet werde, lachte sie herzhaft und fügte hinzu, man sehe ihr doch hoffentlich an, dass sie eine Frau sein. Sie wurde ebenso wiedergewählt wie ihre nicht weniger tüchtige Nachfolgerin, und dies trotz des generischen Maskulinums. Außer Zweifel steht allerdings, dass sich beide Damen eine Anrede mit Signor statt Signor strikt verbeten hätten. Leserbriefschreiberin ist übrigens ein treffendes Beispiel für die Kombination einer generischen mit einer spezifischen Aussage.

Dr. Veit Gruner, Heidenheim