Heidenheim / HZ Leserbrief zu den Artikeln über das Rommel-Denkmal in der HZ vom Freitag, 24., und Samstag, 25. Juli 2020.

Ein ehemaliger Bundesrichter, in Heidenheim geboren, veröffentlichte zum Thema Rommel einen Leserbrief in der Zeitschrift Die Zeit. Daraus zitiere ich: „Ein juristischer Zusammenhang der unter dem Kommando Rommels vergrabenen Minen mit den über Jahrzehnten beklagenswerten Opfern gibt es nicht. Rommel war nicht verpflichtet, die Minen beim Rückzug zu räumen. Eine solche Pflicht wäre auch unwirksam wegen des herrschenden Gebots, dass das Recht nichts Unmögliches verlangen kann.“ So weit der Jurist.

Was tat Gaddafi?

Man muss sich eher fragen, warum hat die dortige Landesregierung, es war lange Zeit der Herr Gaddafi, Herrscher von Libyen, nicht zum Schutze seiner Bürger gehandelt und die Minen räumen lassen oder wenigstens diese Gebiete abgesperrt!

Ein authentisches Buch, verfasst von einem, der dabei war, trägt den Titel: „Die verdammte Pflicht“. Alexander Stahlberg erlebte diese Zeit als Ordonanzoffizier des Feldmarschalls von Manstein. Auf Seite 302 erfahren wir, dass Hitler am 18. Februar 1943 den Feldmarschall Kleist nach Saporoshje/Ostfront, in das Hauptquartier des Feldmarschalls von Manstein, befehligte. Hitler habe dabei erklärt: Da der Rest des Afrikacorps zurückgeworfen worden war, werde Rommel aus „gesundheitlichen Gründen“ abgelöst und diese Resttruppe wolle Hitler den Engländern und Amerikanern überlassen. Wie hätte Rommel da die Minen räumen lassen können?

Vertrauliches unter Feldmarschällen

Seite 335 ff: Im Juli 1943 waren einige Feldmarschälle zu Hitler in sein Hauptquartier, nahe dem Flugplatz Rastenburg, am Mauersee, beordert worden. Spät abends nach der offiziellen Lagebesprechung fand ein vertrauliches Gespräch zwischen den beiden Feldmarschällen Rommel und von Manstein statt. Der dienstjüngere Rommel widersprach Manstein. Rommel erklärte: Das Ende des Krieges werde eine einzige Katastrophe sein. Wenn die Alliierten auch noch auf dem Balkan landen sollten und zum Schluß an den Küsten des Atlantiks, dann bräche das Haus zusammen. Doch Manstein wiegelte ab und das Gespräch wendete sich der Ablösung von Hitler zu. Dazu erklärte Rommel, in wörtlicher Rede wiedergegeben: „Er wird den Oberbefehl niemals abgeben. Ich kenne ihn offenbar besser als Sie, Herr von Manstein.“ Beim Weggehen meinte Rommel zum Ordonanzoffizier Stahlberg: „Ihr Feldmarschall ist ein genialer Stratege. . . .  Aber er ist ein Illusionist. Sorgen Sie dafür, dass er nicht vergisst, was ich ihm soeben gesagt habe.“

Bemühungen, Hitler abzulösen

Rommels Worte zeigen deutlich, dass es ein haltloser Versuch ist, den Offizier Rommel als einen willigen Mitläufer Hitlers einzuordnen. Es wird auch deutlich, dass in der Generalität schon länger Bemühungen bestanden, Hitler abzulösen. Diese umfassende Niederschrift der Erlebnisse des Ordonanzoffiziers zeigen ein klareres und anderes Bild des Feldmarschalls Erwin Rommel, als jetzt versucht wird, ihm anzuhängen. Dieses Zeitzeugnis bietet noch mehrere Hinweise auf Rommels Geradlinigkeit.
Gerhard Schlumpberger, Gerstetten