Realitätsfremde Ansicht: Anscheinend ist Herr Arnim Bledow noch nicht in der Realität angekommen. Hätte er in Russland, wo seit anfangs Februar 2022, die ganze Kriegsrhetorik herkommt, so einen Leserbrief geschrieben, wäre er als Volksverräter eingestuft und in einem der vielen Straflager weggesperrt worden, besonders wenn er sich gegen ein technisches Gewerk wendet.

Herr Bledow, seit 1945 wandelte sich unsere Bundesrepublik erst im Westen und dann im Osten, zunehmend in eine Zivilgesellschaft um. Allerdings von einem Extrem ins Andere: So wurde bis zum Fall der Mauer, unsere militärische und wirtschaftliche Verteidigungsbereitschaft ständig ausgebaut, um zusammen in der EU und mit unseren Nato-Verbündeten der Drohkulisse des Warschauer Paktes, zu widerstehen.

Danach ging der Geist der absoluten Friedensrhetorik, quer durch unsere Gesellschaft. Man glaubte tatsächlich an Handel und Wandel und an ein gutes Nachbarschaftliches Verhältnis mit Russland und den ehemaligen Ostblockstaaten. Es wollten aber viele in dieser Euphorie, die wahren Ziele Putin-Russlands, trotz der grausamen Kriege in Tschetschenien, Georgien, Syrien und der Besetzung der Krim, tunlichst übersehen.

Fassungslosigkeit und Bedauern hat den vielen Opfern und den immensen Umweltzerstörungen in der Ukraine nicht im geringsten geholfen. So mancher Ukrainische Soldat Herr Bledow, der sein Land und seine Heimat gegen einen brutalen Aggressor verteidigt, wäre froh, ein gut funktionierendes Nachtsichtgerät zu bedienen. Alle in unserer Zivilgesellschaft, die sich nicht von diesem Vorgehen des russischen Aggressors distanzieren, haben Blut an ihren Händen und sollten sich zutiefst in Grund und Boden schämen. Herr Bledow:

Bei die von Ihnen kritisierten Worte von Herrn Bürgermeister Traub übersehen doch auch, dass die Nachtsichtgeräte außer militärische, auch viele zivile Verwendungen haben und so manchem Zivilisten das Leben gerettet haben und retten werden.

Joe Schmid, Heidenheim