Bezüglich der Information eines geplanten Solarparks in der Presse und auch entsprechenden Leserbriefen möchte ich das Thema aus Sicht eines in Kleinkuchen wohnhaften Bürgers schildern.

Generell sei vorab betont, dass dieser Kommentar nicht gegen den Einsatz von regenerativen Energien ist, jedoch die Diskussion um ein gesundes Maß an Vernunft und Weitsicht bezüglich des gewählten Standortes anregen soll.

Im Gemeinderat wurde beschlossen, den Bebauungsplan für die landwirtschaftlichen Flächen zwischen Kleinkuchen und Rotensohl zu ändern. Dadurch ist es im ersten Schritt möglich einen 30 Hektar (42 Fussballfelder) Photovoltaik-Park zu errichten, und dadurch auch die Tür für weitere Projekte in der Zukunft zu öffnen.

Im Prinzip auf den ersten Blick eine gute Idee. Wenn man nun aber bedenkt, dass dafür 30 Hektar wertvolle landwirtschaftliche Fläche (Acker und Grünland) für die nächsten 20 Jahre geopfert wird, so ist für mich ein solcher Beschluss absolut nicht mehr nachvollziehbar.

Die Gesamtortschaft Kleinkuchen/Rotensohl und Großkuchen ist ohnehin schon durch den Windpark Nattheim, die unzähligen Hochspannungsleitungen, welche im Übrigen auch noch erhöht werden sollen, sowie die Umspannwerke bereits immens belastet.

Die Anwohner fragen sich zurecht, was Sie denn noch alles für das Gemeinwohl und einen grünen Fußabdruck der Stadt Heidenheim akzeptieren müssen.

Zum Glück sind momentan alle Bauplätze im Neubaugebiet vergeben, da hier wohl in Zukunft kein Mensch mehr herziehen will.

Nun aber zurück zum Thema, dass aus meiner Sicht viele ungeklärte Fragen offen lässt:

In vielen anderen Orten wurden Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen abgelehnt, z.B. im letzten Jahr nicht weit weg in Steinweiler. Was war hier anders als in Kleinkuchen?

Landwirte und Grundstücksbesitzer werden von Investoren aus Mitteldeutschland geködert, ihre Flächen für 1800 bis 2000 Euro Jahrespacht pro Hektar anstatt der üblichen 300 Euro zu verpachten. Wie kann das sein, dass hier zugelassen wird, einfach landwirtschaftliche Fläche zu vernichten und wir es nicht schaffen angemessene Preise für Fächen, die der Nahrungserzeugung dienen, zu bezahlen?

Warum werden keine anderen geeigneten Flächen in den Industriegebieten von Heidenheim gefunden?Zum Beispiel auf der neuen riesigen Logistikhalle bei Nattheim oder auf großen Neubauten in den Seewiesen in Schnaitheim? Es gibt genug geeignete Dachflächen oder Brachflächen entlang der A7 dafür, warum deshalb wertvolles Acker-und Grünland verschwenden?

Was passiert mit den Flächen bezüglich Rückbau nach 20 Jahren und der Rückführung in landwirtschaftliche Flächen?

Wer trägt die Kosten und wer kümmert sich darum, wenn zwischendurch ein Investor insolvent wird?

Ich hoffe, die Einwohner der Teilgemeinde Kleinkuchen/Rotensohl/ Großkuchen bilden sich hier ihre Meinung und kommunizieren diese entsprechend, damit eine alternative Lösung gefunden wird. Ebenso hoffe ich, dass der Gemeinderat/Ortschaftsrat und die Stadtverwaltung hier das Vorgehen nochmals überdenken und aufwachen.

Tobias Billstein, Kleinkuchen