Heidenheim / hz Leserbrief zum Beitrag „Hongkong? Offener, hygienischer, sicherer“

Ich bedanke mich bei Frau Cathrin Leitenberger herzlichst für den äußerst interessanten und Lehrreichen HZ-Bericht vom 26.03.20.

Cathrin Leitenberger ist vergangene Woche nach sechseinhalb Monaten in Hongkong nach Heidenheim zurückgekehrt und schildert, wie sie dort den Alltag in Zeiten von Corona erlebt hat und wie sie ihn nun hier empfindet.

Hongkong ist Viren erfahrener und macht vieles besser.

Eine starke Industrienation wie Deutschland hat vielfältigste Möglichkeiten. Schutzmasken, Schutzbrillen, Schutzanzüge, Schutzhandschuhe, Desinfektionstücher und Desinfektionsmittel sind keine technisch anspruchsvoll zu produzierende Sachen. Hunderte von deutschen Firmen können in kürzester Zeit auf solche einfachen Produkte zusätzlich umstellen.

Damit können dann Industriebetriebe und Bevölkerung vollständig ausgerüstet werden. Die Produktion von Beatmungsgeräten ist technisch anspruchsvoller. Mir fallen mehr als 30 Firmen in Deutschland ein, die das zusätzlich herstellen können.

Somit sollte das wichtige Standbein einer Industrienation – alle Industriebetriebe – in kürzester Zeit wieder hochzufahren sein. Falls andere Gründe vorliegen, sollte man diese auch Wahrheitsgemäß beim Namen nennen. Falls Zulieferteile aus China fehlen und deswegen Produktionen stillgelegt werden, solle man dies ehrlich benennen. Sonst verliert man Vertrauen.

Es kann nicht sein, dass einige Firmen am heutigen Tag auf Hochdruck produzieren und andere gar nicht. Der Coronavirus ist bei beiden gleich. Ehrlichkeit währt am längsten. Deutschland benötigt keinen finanziellen Kahlschlag. Währungsreformen sind politisch zu verhindern. Verlorenes Vertrauen eines Politikers kommt selten zurück.

Leider werden Einkaufswagen, Türklinken, öffentliche Verkehrsmittel, Geldscheine, Geldstücke und vieles mehr in Deutschland viel zu wenig desinfiziert. Dies lässt sich schnell ändern.

Man muss unabdingbar, früher oder später, zur Produktion wieder zurückkehren. Warum nicht heute?

Horst Widmayer, Heidenheim