Heidenheim / hz Leserbrief zu sprachlichen Besonderheiten von Spätzle und Maultaschen

Der Artikel reizte mich zu einer klärenden Ergänzung, hier ist sie: „Wer das Spätzle nicht ehrt“? Zur Ehre desselben möchte natürlich auch ich gereichen, aber darüber hinaus auch zur Ehrenrettung der bei Jauchs „Wer wird Millionär?“ aufgetretenen Kandidatin Verena E. plus Vetter! Sie waren unter Gefeixe über Selbiges gestolpert!

Da ich als Legastheniefachfrau auf feinste Lautunterscheidung getrimmt bin und im Gegensatz zu den westfälischen Herren Jauch und Duden (hab ihn selig) eine waschechte Ostalbschwäbin bin, fühle ich mich befugt Folgendes klarzustellen:

Das umstrittene Spätzle ist eine Singularform, worauf die Endung – „le“ hinweist. Als solche hat sie natürlich auch einen Plural: „die Spätzla“ mit der Endung „la“.

Kein Mensch sagt hier z.B. für zwei Mädchen „zwoi Mäd-le“, sondern immer „zwoi Mäd-la“. Entsprechend gibt's „oi Buale ond zwoi Buala“ und „oi Mauldäschle ond 2, 3, 4 Mauldäschla“.

Bei Letzterem aber Achtung im Wirtshaus! Steht da nämlich auf der Speisekarte „Mauldäschle mit Salat“, kann es durchaus passieren, dass auf dem Teller ein singuläres Solches präsentiert wird und der Wirt, falls grammatikkundig, bei einer Beschwerde („waaas, bloß ois?“) ungerührt erwidert, dass „des so auf dr Kart standa dät!“

Andrerseits, glücklicherweise, kann man bei einem „Zwiebelrostbraten mit Spätzle“ frohgemut davon ausgehen, dass neben dem „Roschdbroda an guadr Schlag Spätzla dampft mit viel Soß“.

Aber, wiederum: „Wenn oinr sei Schätzle Spätzle nennt, no isch des emmer bloß oi gotzigs!“

Eigentlich müsste nun Frau Verena E. bei einer nächsten „Jauch-Runde“ eine Freifrage bekommen!

Hildburg Aufrecht, Heidenheim