Danke für die Berichtigung zur Berichterstattung in Leipzig. Ich hoffe, dass ein Bewusstsein entsteht, dass solche Bilder in Zukunft vor der Veröffentlichung zu prüfen sind. Vielen Dank auch für das Interview mit Prof. Hendrik Streeck, das ich heute gerne gelesen habe. Mutig und wichtig, ihn zu Wort kommen zu lassen.

Was Herr Streecks Inhalte mit den Querdenkern zu tun haben und warum ein Seitenhieb nötig ist, bleibt mir ein journalistiches Rätsel. Sind Querdenker eine einheitliche Gemeinschaft, ist „Querdenken“ eine ansteckende Krankheit, Religion, Partei o.ä.? Ich bin ja selbst zum Glück kein „Querdenker“, sondern nur ein kritischer Coronamaßnahmenhinterfrager, mit Bommelmütze statt Aluhut. Versuchen Sie sich bitte von dem „Feindbild“ Querdenker zu lösen, das macht keinen Sinn. Es diffamiert die Mitte der Gesellschaft, es schafft Hass.

Die auf den Bildern der Demo in Leipzig gezeigten „Reichsbürger“/„Rechte“/„Nazis“ habe ich selbst gesehen, wie sie sich gegen halb drei Uhr, es waren 6-8 Personen (also bildfüllend), mit zusammengerollten Fahnen, ruhig und unauffällig an der Häuserwand entlang in Richtung Presse bewegt haben. Eine Viertelstunde später kamen sie mit zusammengerollten Fahnen auf dem gleichen Weg wieder zurück und verließen die Menge. Ein Schelm, wer hier nicht Böses dabei denkt. Es gibt detaillierte Videoaufnahmen die belegen, dass auch andere Störer geplante Aktionen durchgeführt haben. Diese Störer sind und waren keine Querdenker!

Wir brauchen jetzt abwägende, angemessene Maßnahmen und einen positiven, zukunftsgerichteten Ton, Schutz der Risikogruppen UND der Kinder, der Alleinstehenden, der chronisch Kranken, der Vergewaltigungsopfer, der digital abhängigen, vereinsamenden und bewegungsberaubten Menschen, der Vereine, der Gastronomen, der Künstler, der Depressiven . . . durch Selbstverantwortung und Selbstbestimmung! Das bietet auch Sicherheit vor dem Virus, und zwar nachhaltig.

Es erfordert allerdings mehr Kreativität, Mut und Aufwand, diese Ziele, die auch Herr Streeck formuliert, umzusetzen als das einfache Maskentragen und „Lockdownen“ – dafür ist dies gesundheitlich unbedenklich, unterstützt das Immunsystem und fördert die Gemeinschaft, die Kultur und die Lebensfreude.

Lassen Sie in Ihrer Zeitung jene Menschen zu Wort kommen, die ihre Kraft und ihr Engagement dafür einsetzen. Panik und Angstmache, Diffamierung Kranker (die keine Maske tragen können) oder Andersdenkender und die Trennung der Gesellschaft in coronamaßnahmenüberzeugte und coronamaßnahmennichtüberzeugte Menschen sind fehl am Platz. Auch und gerade hier in Heidenheim. Unserem Heidenheim.

Unsere Kinder wollen wieder in Ihren Sportverein, unsere Kinder wollen wieder Luft bekommen und kein Kopfweh, unsere Kinder wollen keine Angst vor einem Virus haben, sie wollen ihre Meinung sagen dürfen, auch wenn diese nicht dem Mainstream entspricht, und zwar ohne ausgegrenzt zu werden, unsere Kinder hatten den Traum der Freiheit, der Abenteuer, unsere Kinder wollen mit ihren Freunden zusammen sein dürfen! Sicherlich haben auch Sie Kinder.

Es gibt einen Plan B. Es gibt viele Spezialisten und Fachleute, die den Plan B vertreten.

Martin Becker, Heidenheim