Es ist schon erstaunlich, wie immer noch krampfhaft versucht wird, ja keinen Makel auf Erwin Rommel kommen zu lassen, auch in diesem Leserbrief des Herrn Schlumberger.

So bemüht er diesmal einen ehemaligen Bundesrichter aus Heidenheim um einen „juristischen Zusammenhang“ mit den vielen Minenopfern durch die unter Rommels Kommando vergrabenen Minen in Abrede zu stellen. Schuld an den Opfern hat nicht Rommel, sondern die dortigen Machthaber, die diese nicht geräumt haben! Dreister geht wohl die Umkehrung des Verursacherprinzips nicht mehr und spricht für sich selbst!

Aber auch das zweite Argument lässt aufhorchen. Schlumberger zitiert hier aus dem Buch „Die verdammte Pflicht“, da fragt man sich ja gleich: Pflicht, wofür? Für Hitler, einen Verbrecher zu kämpfen oder Widerstand zu leisten?

Hier wird berichtet, dass Rommel schon im Juli 1943 Feldmarschall Manstein gegenüber geäußert hat, dass das Ende des Krieges eine einzige Katastrophe sein wird. Da fragt man sich doch, was hat er als Experte, der über alles Bescheid wusste, denn dann gegen diesen Krieg getan, wenn er schon wusste wie es ausgehen wird, um viele unnötige Opfer zu vermeiden?

Rommel hat seine soldatischen Fähigkeiten bedingungslos und ohne Skrupel in den Dienst Hitlers gestellt und so auch eine Mitschuld an den Gräueln und Opfern des Krieges! Rommel war nicht Teil des Widerstands, auch wenn er von den Plänen eines Attentats gehört hatte, damit wollte er nichts zu tun haben.

Er hat durch sein Handeln aktiv einen Verbrecher unterstützt und die Leiden der Menschen verlängert, daran ändert auch seine „Geradlinigkeit“ nichts, sondern macht es eher noch schlimmer. Gott sei Dank gab es bei uns auch andere Menschen, die es wenigstens versucht haben, das zu ändern, wie zum Beispiel Georg Elser.

Manfred Reppin, Heidenheim