Wie steht die Polizei der Legalisierung von Cannabis gegenüber? Auf Anfrage erklärt Pressesprecher Wolfgang Jürgens, dass die Polizei keine Stellung zu Sachverhalten bezieht, die der politischen Entscheidungsfindung unterliegen: „Das verlangt die Neutralitätspflicht.“

Auskunft geben kann er aber über die Entwicklung der Rauschgiftdelikte, die in der Sicherheitsanalyse für den Landkreis Heidenheim im Jahr 2021 beschrieben steht. Die Zahl der Rauschgiftdelikte hänge dabei immer davon ab, wie intensiv die Polizei kontrolliert.

In der Statistik werden die Delikte als allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz bezeichnet, darunter fallen etwa Erwerb, Besitz und Veräußerung, Anbau und Herstellung der Betäubungsmittel.

Deutlicher Rückgang der Rauschgiftdelikte

Im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnete die Polizei eine deutlich gesunkene Fallzahl an Verstößen, was sich zum Teil mit der Pandemie erklären lasse. Die Fallzahlen erreichten mit 272 Fällen dennoch nahezu den Mittelwert im Zehn-Jahres-Vergleich. Bei den Verstößen ging es in 193 Fällen um Cannabis. „Auffällig“, so heißt es im Bericht, „war hierbei der Rückgang in Heidenheim (-61 auf 105 Fälle), genauso wie der Zuwachs in Giengen (+26 auf 49 Fälle).

Fallzahlen anderer Betäubungsmittelarten waren in geringerem Maße rückläufig (etwa Amphetamin: -15 auf 49 Fälle, Kokain: -16 auf 8 Fälle). Ein Fallzahlenzuwachs ergab sich beim Methamphetamin (+3 auf 4 Fälle).

227 ermittelte Tatverdächtige (-71 Tatverdächtige) bedeuteten 2021 für den Landkreis Heidenheim eine, mit dem Fallzahlenrückgang korrespondierende, deutliche Abnahme bei den allgemeinen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Wie oft wurde mit Rauschgift gehandelt?

Auch in der Deliktsgruppe des Handels mit beziehungsweise des Schmuggels von Betäubungsmitteln gingen die Fallzahlen im Jahr 2021 für den Landkreis Heidenheim deutlich zurück. Dies betraf insbesondere die Städte Heidenheim (-33 auf 31 Fälle), Königsbronn (-9 auf 2 Fälle) sowie Niederstotzingen (-7 auf 0 Fälle). Vor allem bei Cannabis (-29 auf 40 Fälle) und Amphetamin (-10 auf 16 Fälle) machte sich der Fallzahlenrückgang bemerkbar.

Von den 60 im Jahr 2021 in dieser Deliktsgruppe als Tatverdächtige ermittelten Personen (-29 Tatverdächtige gegenüber dem Vorjahr) waren 41 Tatverdächtige bereits polizeilich bekannt gewesen.

Betäubungsmittel im Fokus

Die Betäubungsmittelkriminalität, so heißt es im Bericht, gehört beim Polizeipräsidium Ulm seit 2019 zu den sogenannten strategischen Handlungsfeldern.

Die konsequente Bekämpfung der Drogen im Straßenverkehr durch speziell geschulte Beamtinnen und Beamte oder auch verstärkte Kontrollmaßnahmen, um zu verhindern, dass sich örtliche Konsum- und Handelsszenebereiche etablierten, stünden für die Polizei im Fokus.