Kreis Heidenheim / Mathias Ostertag Ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme der Schüler: Den elf Schulsozialarbeitern an den Werkrealschulen im Landkreis geht die Arbeit nicht aus. Im Gegenteil, die Herausforderungen nehmen zu. Umso verwunderlicher, wenn die Finanzierung auf sich warten lässt.

„Wir haben die Stellen ja überhaupt nur ausgeschrieben, weil das Land die Finanzierung zugesagt hat“, sagt Harald Wirth, Geschäftsführer des Vereins für Jugendhilfe, der als Träger der Schulsozialarbeit an den Haupt- und Werkrealschulen im Landkreis Heidenheim fungiert. Die Schulträger, welche die Anträge zur Bezuschussung gestellt haben, hätten aber vergeblich auf die Bescheide warten müssen, so Wirth. Dabei sei eine Rückmeldung bereits für September 2012 versprochen worden. Immerhin: Für den Kostenzuschuss gebe es eine Zusage der Landesregierung, nur die schriftlichen Bescheide lägen noch nicht vor.

Der Verein für Jugendhilfe hat an vier Schulen im Kreis neue Stellen für Schulsozialarbeiter geschaffen, die vom Landkreis bezuschusst werden. Die eingestellten Mitarbeiter befinden sich noch in Probezeit.„Der Kreistag hat diese vier Stellen nur unter dem Vorbehalt gewährt, dass das Land die Kosten mitträgt“, so Wirth. Immerhin habe das Land zugesagt, dass noch in diesem Jahr die Gelder fließen würden.„Die Warteschleife ohne Bescheide, in der wir uns gerade befinden, ist wirklich kein angenehmer Zustand. Aber wir hoffen, in absehbarer Zeit ein positives Signal aus dem Ministerium zu bekommen.“ An der Werkrealschule Sontheim/Brenz und an der Georg-Elser-Schule in Königsbronn wurden je eine neue Stelle eingerichtet. Hinzu kommt eine 50-Prozent-Stelle an der Bühlschule Giengen und eine 75-Prozent-Stelle an der Hirscheckschule in Heidenheim-Schnaitheim.„Der Kollege dort geht bald in Rente, besetzt nur noch ein Viertel der Stelle. Danach wird diese wieder eine Vollzeitstelle.“ Die Stellen der weiteren Schulsozialarbeiter im Landkreis– an der Bühlschule in Giengen, der Ost-, West-, Hirscheck-und Friedrich-Voith-Schule in Heidenheim, der Bibrisschule in Herbrechtingen sowie der Wiesbühlschule in Nattheim und der Werkrealschule in Gerstetten– werden ebenfalls finanziell abgesichert.

Dass nun auch an der Georg-Elser-Schule in Königsbronn eine Schulsozialarbeiterin tätig ist, freut Konrektor Engelbert Frey.„Das war uns seit zwei bis drei Jahren ein wichtiges Anliegen.“ Er spreche in diesem Punkt auch als Gemeinderat.„Die gesellschaftlichen Bedingungen und die Schülerschaft haben sich verändert.“ Ein solches„niedrigschwelliges“ Angebot, bei dem sich Schüler auch mit ihren privaten Problemen an eine schulunabhängige Person abseits der Lehrerschaft wenden könnten, sollte nicht ständig politisch in Frage gestellt werden, meint Frey. Und erklärt:„Wir als Lehrer bekommen ja auch unmittelbar mit, was in den Familien passiert.“