Heidenheim / Karin Fuchs Thomas Reinhardt kandidiert bei der Wahl im November nicht wieder. Dies ließ er am Montag im Kreistag mitteilen. Schon seit März fällt der Landkreischef wegen einer akuten Erkrankung aus.

Schon Mitte März hat sich Thomas Reinhardt wegen einer Krankheit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Auch am Montag war der Kreischef nicht persönlich zur Sitzung des Kreistags im Landratsamt erschienen. Er hatte jedoch eine Erklärung verfasst, die Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg in seiner Funktion als erster ehrenamtlicher Stellvertreter verlas.

Darin kündigte Reinhardt an, dass er sich für eine zweite Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung stellen werde. Der 60-Jährige ließ offen, was er nach seiner Zeit als Landrat tun werde, doch liegt nahe, dass er sich in den Ruhestand verabschieden wird. Er schrieb: „Auch die eifrigsten Architekten müssen ihre Arbeit irgendwann in jüngere Hände abgeben.“

Reinhardts Amtszeit endet am 31. Januar 2020

Offen blieb auch, wann und ob Reinhardt wieder ins Landratsamt zurückkehren wird. Seine Amtszeit endet erst am 31. Januar 2020. Dann war Reinhardt acht Jahre lang im Amt und ist 61 Jahre alt.

Eigentlich hätte sich Reinhardt schon im März erklären wollen, dies jedoch dann auf Mai verschoben. Warum dieser Termin? Der Anlass war passend: Bei der Sitzung am Montag entschieden die Kreisräte, wann die Landratswahl stattfinden soll, nämlich am Montag, 6. November.

In seiner Erklärung an die Kreisräte bedauerte Reinhardt es, nicht anwesend sein zu können. Zu seiner Krankheit selbst äußerte er sich nicht. Nur so viel: „Aktuell befinde ich mich in einer Reha-Maßnahme und kann nur vom Homeoffice aus tätig sein.“

Der Landrat betonte, dass er gerne im und für den Landkreis arbeite. Er freue sich, dass derzeit viel Zukunftsweisendes bewegt werde, ohne konkret zu werden oder auf einzelne Dinge einzugehen. Manches davon sei sichtbar, anderes Zukunftsmusik. Zahlreiche Themen würden den Kreis auch in vielen Jahren noch prägen. „Ohne Frage auch weit über meinen Ruhestand hinaus.“

Reinhardt wurde vor acht Jahren auf Anhieb gewählt

Thomas Reinhardt wurde am 14. November 2011 als Landrat gewählt. Er hatte sich klar gegen seinen Mitbewerber Frank Schied durchgesetzt, damals Ortsvorsteher von Heuchlingen und Fachdienstleiter im Landratsamt Alb-Donau-Kreis. Die Entscheidung fiel gleich im ersten Wahlgang. Reinhardt folgte auf Hermann Mader, der ebenfalls nach einer Amtszeit seinen Rückzug angekündigt hatte.

Reinhardt hatte gleich am ersten Tag der öffentlichen Ausschreibung seine Bewerbung abgegeben. Der Jurist war seit Februar 2009 der Erste Landesbeamte im Heidenheimer Landratsamt, also der Vize-Landrat.

Zuvor war Reinhardt auf verschiedenen Verwaltungsebenen tätig, im Landratsamt, Regierungspräsidium und in Ministerien.

Kreistag wählt am 6. November

Gewählt wird in Baden-Württemberg der Landrat von den Mitgliedern des Kreistags. Diese haben am Montag den Wahltermin auf 6. November festgelegt, ein Montag.

Vorab muss ein Prozedere eingehalten werden. Es gibt einen Ausschuss, der sich speziell mit der Wahl beschäftigt und die Stellenausschreibung festlegt. Ende Juli wird diese im Staatsanzeiger ausgeschrieben. Einen Monat lang läuft die Bewerbungsfrist. Am 16. September gibt der Ausschuss dann die Bewerber bekannt.

Im ersten Wahlgang benötigt der Kandidat eine absolute Mehrheit, also mehr als die Hälfte der Stimmen des Kreistags. Klappt dies nicht, wird noch einmal gewählt. Erhält auch dann kein Bewerber die absolute Mehrheit, wird ein drittes Mal gewählt. Dann reicht die einfache Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

Die neue Amtsperiode beginnt am 1. Februar 2020 und dauert acht Jahre.