Heidenheim / Siglinde Broich-Bernt Ärzte und Therapeuten setzen mehr und mehr auf „Ho-ho-ho, Ha-ha-ha und Hi-hi-hi“. Die Bewegung hat auch Heidenheim erreicht.

Lächerlich ist das nicht. Einmal in der Woche bietet Heike Böck seit Anfang des Jahres im Bürgerhaus in der Hinteren Gasse Lachyoga an.

Gelotologie nennt man das Fachgebiet, das die Auswirkungen des Lachens auf die körperliche und psychische Gesundheit untersucht. Dabei sind die Wissenschaftler zum Ergebnis gekommen, dass Lachen das Immunsystem stärkt, Stress und Spannungen abbaut, leistungsfähiger macht und Glückshormone produziert.

Heike Böck: „90 Prozent aller Deutschen würden gerne mehr lachen. Eine Zahl, die erstaunlich hoch ist. Da fragt man sich doch, warum tun sie es nicht?“ Die Antwort gibt sie selbst: „Lachen wird uns im Laufe des Lebens Schritt für Schritt abgewöhnt.“ Lach€ nicht so blöd, nicht so laut – Bemerkungen, die die Kiekser, die Juchzer und Jauchzer im Hals ersticken lassen.

Zehn Minuten Lachen entspricht 30 Minuten Cardio

Dabei sei Lachen körperliche Schwerstarbeit. Über hundert Muskeln würden dazu benötigt. Die Yogaleiterin: „Zehn Minuten intensives Lachen entsprechen einem 30-minütigem Cardiotraining.“ Ob?s stimmt, wollen von Woche zu Woche immer mehr Teilnehmer wissen, die sich dienstags um 17 Uhr im Bürgerhaus einfinden.

Die Kursleiterin, früher freiberuflich als Innenarchitektin tätig: „Ich gehörte selbst lange zu den Skeptikern und bin kein Mensch, der gleich auf jeder Welle hinterherrennt.“ Mittlerweile sei sie von der positiven Wirkung der Übungen voll und ganz überzeugt.

Lachyogaübungen sind schnell zu erlernen, kosten am Anfang allerdings etwas Überwindung, vor allem wenn zum Ha-ha-ha, Ho-ho-ho und Hi-hi-hi angestimmt wird. Ein Klacks dagegen die Kombination von Dehn-, Klatsch- und Atemübungen. Eine Teilnehmerin, die unter einer Lungenerkrankung leidet: „Seit ich das neue Angebot nutze, bekomme ich deutlich mehr Luft.“

Lachyoga stammt aus Indien

Entwickelt hat die Methode ein indischer Arzt, der bereits vor zwanzig Jahren den ersten Lachclub gründete. Heute umfasst die Lachbewegung weltweit etwa 10 000 Clubs in hundert Ländern.

In Heidenheim sind momentan die Frauen auf dem Vormarsch. Heike Böck: „Männer kann man mit Daten, Fakten und Zahlen überzeugen, Frauen ticken anders. Da geht es mehr über die emotionale Schiene“.

Bisher hat sich im Bürgerhaus ein einziger Vertreter des männlichen Geschlechts eingefunden und schnell festgestellt: Man(n) muss nicht besonders humorvoll sein, um in und mit der Gruppe zu lachen.

Wer Lachyoga ausprobieren will, dem wird empfohlen, dicke Socken oder Turnschuhe, eine Decke oder Matte sowie eine Flasche Wasser mitzubringen.