Sollen trotz Corona und zuletzt steigenden Infektionszahlen Weihnachtsmärkte stattfinden? Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat diese Frage unlängst an die Kommunen im Land weitergereicht. Klare Antwort aus dem Heidenheimer Rathaus: ja.

„Solange der Gesetzgeber keinen Riegel vorschiebt, bleibt es bei dem traditionellen Markt in der Hinteren Gasse“, sagt Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Verfolgt würden damit mehrere Ziele: den Standbetreibern Geschäfte ermöglichen, die Einzelhändler und Gastronomen in der Innenstadt stärken, den Besuchern ein vorweihnachtliches Erlebnis bieten.

Kein Verkauf von Speisen und Getränken

Pandemiebedingt wird die Veranstaltung allerdings nicht wieder zu einem Massenauflauf, bei dem sich Tausende dicht an dicht durch Heidenheims vielleicht schönstes Sträßchen schieben. Das von der Stadtverwaltung erarbeitete Konzept sieht vielmehr vor, das Geschehen zeitlich wie räumlich zu entzerren.

Konkret ist vorgesehen, das Angebot in diesem Jahr auf das Kunsthandwerk zu beschränken. Einen Verkauf von Speisen und Getränken wird es nicht geben. Ein solcher führe erfahrungsgemäß zu aktuell nicht erwünschten Ansammlungen von Menschen, zumal, wenn auch Alkohol ausgeschenkt werde, begründet Ilg die Entscheidung.

Der Weihnachtsmarkt wird zur Einbahnstraße

Mit Blick auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln bezeichnen die Organisatoren eine Begrenzung der Personenzahl als unumgänglich. Geplant ist deshalb ein Markt als Einbahnstraße. Erstrecken soll er sich vom Eingang am südlichen Beginn der Fußgängerzone gegenüber der Pfluggasse bis zum Ausgang am nördlichen Ende. Der Zutritt über die beiden Gassen neben dem Elmar-Doch-Haus bzw. bei Juwelier Kopp soll während der Marktzeiten versperrt bleiben, um die Menge der Besucher kontrollieren zu können.

Damit das gewährleistet ist, erhält jede Person beim Eintritt eine Marke, die sie beim Verlassen des Marktes wieder abgeben muss. Anwohner sind von dieser Regelung ausgenommen. Personen mit offensichtlichen Erkältungssymptomen dürfen den Markt nicht betreten.

15 Stände können doppelt belegt werden

Vergangenes Jahr gab es vor dem dritten Advent vier Tage Weihnachtsmarkt am Stück. Diesmal verteilen sich die abermals vier Tage auf Freitag/Samstag, 4./5. Dezember, und Freitag/Samstag, 11./12. Dezember. Wurden 2019 noch gut 40 Stände aufgebaut, sind es heuer lediglich 15 mit entsprechend großem Abstand. Aufgrund der Aufteilung auf zwei Wochenenden ist es laut Standortmarketing-Manager Ruven Becker aber grundsätzlich möglich, bei der Vergabe bis zu 30 Beschicker zu berücksichtigen.

Weihnachtliche Musik aus der Konserve

Die Beschallung mit weihnachtlicher Musik soll mit Blick auf die Anwohner auf ein Mindestmaß begrenzt werden. Auftritte von Künstlern, etwa seitens der Musikschule, sind Becker zufolge durchaus denkbar. Sie finden aber voraussichtlich spontan und ohne vorherige Ankündigung statt.

Geöffnet sein wird der Weihnachtsmarkt in der Hinteren Gasse am Freitag, 4. Dezember, von 15 bis 20 Uhr, am Samstag, 5. Dezember, von 9 bis 18 Uhr, am Freitag, 11. Dezember, von 15 bis 20 Uhr sowie am Samstag, 12. Dezember, von 13 bis 22 Uhr.

Lange Einkaufsnacht am 12. Dezember

Auf diesen Tag ist auch die lange Einkaufsnacht der Heidenheimer Händler terminiert. Den Anwohnern sichert die Stadtverwaltung zu, dass die Zufahrt zu ihren Häusern unter der Woche jederzeit gewährleistet ist.

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