Dänemark hat es richtig gemacht – dort stieg die Zahl der nach einem Herzstillstand Geretteten in nur fünf Jahren von 20 auf 45 Prozent an. Wie geht das? „Die Dänen sind schneller zur Soforthilfe bereit, und sie schulen ihre Schüler“, sagt Jovin Bürchner, Koordinator der Schularbeit des Jugendrotkreuzes und der Mann hinter der Kampagne „Löwen retten Leben“ des Kultusministeriums.

Wie in Dänemark Lebensrettende Maßnahmen sollen jungen Menschen schon im Schulalter vermittelt werden. „Jeder kann Wiederbelebung lernen“, so Kultusminister Andreas Stoch.

1,5 Millionen Euro steckt das Mnisterium in die Initiative, mehr als 5000 Lehrer in Baden-Württemberg sollen in der Wiederbelebung fortgebildet werden. Im Kreis Heidenheim fand dazu kürzlich in den Räumlichkeiten des DRK-Kreisverbands eine zweistündige Schulung für rund zwei Dutzend Pädagogen statt: „Nach Möglichkeit sollten künftig einmal im Jahr die Schüler in der Reanimation geschult werden“, empfahl Jovin Bürchner den anwesenden Lehrern. Was Kinder früh lernten, würden sie später nicht mehr einfach vergessen.

Man könne nichts falscher machen, als gar nichts zu tun, sagt Dr. Hartmut Beckert. Der Anästhesist ist angestellt am Klinikum Heidenheim, seit 20 Jahren fährt er auch regelmäßig Notarzteinsätze. Profis wie er seien auf die zügige Hilfe von Laien angewiesen, es reiche nicht zu warten, bis Notarzt und Rettungsdienst einträfen. „Wichtig sind die ersten Minuten“, sagt er. „Wenn jeder, der in eine Situation mit einem Bewusstlosen kommt, schnell handelt und wiederzubeleben versucht, dann verbessern sich die Überlebenszahlen spürbar.“

Denn nur zehn Prozent derjenigen Patienten, die bisher mit einem plötzlichen Herzstillstand konfrontiert werden, können danach wieder normal weiterleben. Macht die Reanimation künftig auch im Kreis Heidenheim Schule, dürften es schon bald bis zu 40 Prozent sein, hoffen die Verantwortlichen. Gut, wenn das Lebensretten Schule macht.